Netiquette

Umgangsformen bei der virtuellen Post

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Auch im Internet macht der Ton die Musik

E-Mails sind eine feine Sache. Im Vergleich zum Brief sind sie schnell erstellt und machen nur geringe Umstände. Während man beispielsweise beim Telefon warten muß, bis der Gesprächspartner erreichbar ist, kann die elektronische Korrespondenz dann geschrieben werden, wenn es die Zeit des Nutzers erlaubt. Und dies unabhängig davon, ob der Leser nun gerade erreichbar ist oder nicht. Umgekehrt kann der Leser die angekommene Nachricht zu einer für ihn passenden Zeit lesen.

Formlos können die Gedanken auf das virtuelle Papier geschrieben werden. Schnell noch ein Knopfdruck und der elektronische Brief ist in der nächsten Sekunde beim Empfänger. Aber halt, da war doch noch dieser blöde Satz.... Dass eine schnell abgeschickte E-Mail auch fatale Folgen haben kann, diese Erfahrung hat sicher schon jeder einmal gemacht. Damit dies nicht passiert, sollte man beim Verfassen von elektronischen Briefen einige Grundregeln beachten. In der Netzwelt spricht man von der so genannten "Netiquette"

Der Begriff "Netiquette" ist ein Kunstbegriff, er setzt sich aus den Wörtern "Net" und "Etiquette" zusammen. Die Netiquette ist eine Ansammlung von Verhaltensregeln innerhalb des Internets und in einzelnen Diensten (z.B. E-Mail). Die Netiquette ist kein verbindliches Werk, sondern eine Richtschnur, wie man im Internet am höflichsten mit seinen (vernetzten) Mitmenschen umgeht.


1. Höfliche Umgangsformen
Auch wenn der E-Mail-Schriftverkehr ein schnelles Medium ist, sollten höfliche Umgangsformen beim Schreibstil grundsätzlich eingehalten werden. Die elektronischen Briefe sollen zwar kurz gefasst werden, der Schreibstil sollte sich aber nicht grundsätzlich vom dem eines Briefes unterscheiden.

2. Text noch einmal Korrektur lesen
Lesen Sie Ihren Text nach dem Verfassen noch einmal durch. Rechtschreibfehler, eine holprige Ausdrucksweise oder unverständliche Textpassagen wirken nicht professionell und können im ungünstigsten Falle mehr Verwirrung stiften als informieren.

3. "Bitte" und "Danke" sind Pflicht
Wenn Sie nach etwas fragen, schreiben Sie immer "bitte". Und andersherum, wenn für Sie jemand etwas tut, dann fällt keinem ein Zacken aus der Krone, wenn Sie sich in einer zurückgesendeten E-Mail kurz dafür bedanken. Das klingt zunächst trivial, aber viele Menschen legen Wert auf solche grundlegenden Höflichkeitsformen, auch im Netz.

4. Persönliche Anfragen auch beantworten
Wenn ein E-Mail-Schreiber eine persönliche Anfrage verfasst, dann will er auch auch eine Antwort darauf haben. Daher sollte diese innerhalb der nächsten Tage beantwortet werden. Wenn eine verbindliche Antwort nicht sofort gegeben werden kann, dann sollte dem Sender ein kurzer Hinweis mitgeteilt werden. Auf eine persönlich gerichtete Anfrage eine Antwort zu schreiben, auch wenn diese kurz ist, wird immer auch als ein Zeichen der persönlichen Wertschätzung interpretiert. Umgekehrt kann keine Antwort zu senden vom Partner (im Netz) als Geringschätzung bewertet werden. Im Freundes- und Bekanntenkreis könnte so ein Verhalten durchaus Anlass für Spannungen sein. Also bitte bei Anfragen zurückschreiben.

5. Korrekte Anrede und formale Verabschiedung nicht vergessen
Verwendung Sie eine korrekte Anrede und eine formelle Verabschiedung, so viel Zeit muss sein. Nur wenn man sich bereits kennt, in Projektteams, bei Vereinen oder bei Bekannten, dann kann davon abgewichen werden. Aber auch hier verwendet man einleitende Grußformeln wie "Hallo ..."

6. Unnötig lange E-Mails vermeiden
Vermeiden sie unnötig lange E-Mails (länger als 100 Zeilen), da das Lesen sonst sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

7. Signaturen mit allen wichtigen Daten des Absenders aber nicht überladen
Bei fremden Adressaten nennen Sie bitte die komplette Anschrift (Signatur), damit der Leser den Weg der Rückantwort frei wählen kann. Die so genannten "Signaturen" sollten alle wichtigen Informationen über den Absender enthalten. Vermeiden sie aber grafisch überladene Signaturen.

8. "asap" und andere Unklarheiten - Abkürzungen vermeiden
Abkürzungen, wie "asap" (as soon as possible), "mfG", "fYi" (for your information) sind nicht allen E-Mail-Nutzern geläufig und sollten deshalb nicht verwendet werden, auch wenn manche Ausgabe einer "Netiquette" dies als regulären E-Mail-Stil ausgibt. Das Kürzel "asap" wird von vielen sogar als ausgesprochen unhöflich empfunden.

9. Groß- und Kleinschreibung verwenden
Die Beherrschung von Klein- und Großschreibung ist ein persönliches Aushängschild. Die manchmal noch übliche gesamte Kleinschreibung wird allgemein als schlechter Stil gesehen. UND WER ALLES GROSS SCHREIBT, DER SCHREIT.

10. "Smileys" sparsam verwenden
"Smileys" sind eine witzige Sache und nehmen manchen Inhalten die Schärfe. Man sollte jedoch sparsam damit umgehen und diese gezielt einsetzen, da sie sich sonst abnutzen.

11. Bei besonderen Anlässen auch mal einen Brief schreiben
Einladungen, Glückwünsche oder formelle Entschuldigungen sollten besser in einem Brief ausgesprochen werden.

12. Niemals ein E-Mail im Affekt
Schreiben sie niemals eine E-Mail im Affekt. Solche Schriftsätze verschärfen nur unnötig die Situation und werden nachher doch bereut. Streitigkeiten sollen grundsätzlich nicht über das Internet ausgetragen werden. Dazu sind das Telefon oder das persönliche Gespräch wesentlich besser geeignet.

13. Keine vertrauliche Daten als E-Mail versenden
Vertrauliche Daten (persönliche Daten, Kontonummern u. ä.) sollten nicht über das Netz versendet werden, denn das Netz ist nicht sicher.

14. Kurze und aussagekräftige Betreffzeile
Eine kurze und aussagekräftige Betreffzeile erleichtert dem Leser die Zuordnung der einzelnen Mitteilungen zu Themen und erleichtert die Entscheidung, welche E-Mail zuerst gelesen werden sollte.

15. Keine eiligen Terminmitteilungen über das Netz
Eilige Termine nicht über das Internet einfordern, dazu ist das Medium einerseits nicht zuverlässig genug andererseits werden E-Mails in der Regel auch nicht täglich gelesen. Nur im geschäftlichen Bereich darf man davon ausgehen, dass die E-Mails einmal am Tag abgerufen werden. Im privaten Bereich sollte man sich aber zumindest einen wöchentlichen Leseturnus aneignen, da sonst das E-Mail als Kommunikationsmittel seinen Sinn verliert.

16. Mängel einer E-Mail tolerieren
Tolerieren sie die Mängel eines E-Mail-Schreibers (Rechtschreibfehler, Grammatik, Schwächen im Ausdruck und formale Fehler) und reiben sie ihm/ihr die Fehler nicht unter die Nase.

17. Keine Kettenbriefe weiterleiten
An Kettenbriefe sollten sie sich nicht beteiligen und diese auch nicht weiterleiten. Sie sind oft von zweifelhafter Natur und kommen nicht bei jedem gut an. Damit verdirbt man sich manchmal Freundschaften

(Verf: G. Raschel)

 

Abkürzungen - Akronyme

2hot4you too hot for you = geht dich nichts an
asap as soon as  possible
aws auf Wiedersehen
BTW by the way...
CU See you (later)
FAQ Frequently asked questions (and answers)
<g> <G> Schmunzeln
gu8< Gute Nacht (night)
FYI for your information
IMHO in my humble opinion
LOL laughing out loud
ROFL Rolling on the floor laughing
TIA thanks in advance
w8 bitte warten (wait, w_eight)

 

Smileys (Emoticons)

:-) Freundliches Lächeln
:-| Indifferent, gleichgültig
:-( Traurig, missgestimmt
;-) Augenzwinkern
:-/ Skeptisch
8-O Ganz erstaunt, oh weh!
:-] Erzwungenes Lächeln

 

Internet-Seite erstellt:   22.02.2005 Internet-Seite aktualisiert:   von   G. Raschel