Kommentar

Einen passenden Supermarkt gefunden?

 

Nach rund zwei Jahren Pause wurde zu dem kontrovers diskutierten EDEKA-Projekt nun in den Gemeinderatssitzungen vom 21. Juli 2014 und am 4. August 2014 die Fortführung der Planungen beschlossen. Eine moderne und zukunftssichere Nahversorgungseinrichtung mit zeitgemäßer Auswahl, 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 70 Parkplätzen soll an der Ortsausfahrt der Vilsheimer Straße entstehen, so die Vorstellungen der Mehrheit im Gemeinderat. Aber sind denn schon wirklich alle Fragen ausreichend geklärt?

 

 

 

1. Bestehender Einzelhandel mit EDEKA-Projekt im Bestand gefährdet

 

 

Sehr nachdenklich haben mich die folgenden Aussagen von Dr. Popien in seiner fachgutachterlichen Stellungnahme zum EDEKA-Projekt vom März 2013 im Bucher Gemeinderat gemacht (Seite 6):

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„Die Erweiterung eines der beiden Märkte wird für den anderen Markt zu erheblichen Kunden- und Umsatzrückgängen führen, welche auch das Risiko seiner Schließung mit sich bringt.“

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Der Gemeinderat sollte das Projekt genehmigen, selbst wenn mit ihm das Risiko einer Schließung anderer Mitbewerber (Lebensmittelmarkt, Metzgerei) am Ort verbunden ist."

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Es wäre für mich ein bedrückendes Szenario, wenn mit der Entscheidung für das EDEKA-Projekt langjährig und verantwortungsvoll arbeitende Einzelhändler kurzerhand vor das wirtschaftliche Aus gestellt würden, obwohl der Bucher Einzelhandel bei der Umfrage zum Demografieprojekt 2012 als gut beurteilt wurde (Link siehe unten). Keine Frage, so manches ist sicher in die Jahre gekommen. Aber hätte der Bucher Einzelhandel nicht auch mit einem moderaten Ausbau weiterentwickelt werden können?

 

 

2. Wie gefährdet ist die derzeitige Einzelhandelslandschaft in Buch?

 

In seiner fachgutachterlichen Stellungnahme wies Dr. Ralf Popien darauf hin, dass der gegenwärtige Einzelhandel aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß und deshalb gefährdet sei. Eine langfristige Analyse der betrieblichen Kennzahlen der Einzelhändler oder eine Bewertung des Angebots hat Herr Popien aber nicht durchgeführt. Auch das Argument mit der zu geringen gesamten Verkaufsfläche in Buch muss hinterfragt werden, denn gemäß einer Untersuchung der GFK gibt es deutliche Unterschiede der Nahversorgungsdichten (Verkaufsfläche pro Einwohner) in städtischen und ländlichen Bereichen. In diesem Zusammenhang widerspricht sich der Sachverständige, wenn die Gemeinde einerseits zu wenig Verkaufsfläche zu bieten hätte, andererseits laufen dann aber schon andere Einzelhändler Gefahr wegzubrechen, wenn einer sein Geschäft vergrößert. Der von Herrn Popien angeführte bundesdeutsche Durchschnitt von rund 1.600 Quadratmetern Verkaufsfläche ist also bei uns gar nicht erreichbar.

 

Ob der Einzelhandel in Buch mit dem großflächigen EDEKA-Projekt wirklich so viel zukunftssicherer wird? Ich denke an die Lidl-Filialen in den deutlich größeren Gemeinden Wartenberg und Geisenhausen, die im vergangenen Jahr nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder geschlossen wurden, weil sich diese nicht ausreichend gerechnet haben. Und hinsichtlich der ungeklärten Nachfolger-Frage sagte uns Herr Popien im Anschluss an seinen Vortrag im März 2013, dass das aus seiner Sicht überhaupt kein Problem darstelle, wenn der Einzelhandels-Standort einigermaßen einträglich sei.

 

 

3. EDEKA-Standortgutachten - Vilsheim als erweitertes Einzugsgebiet?

 

Leider wurde seitens EDEKA das Standortgutachten (Wirtschaftslichkeitsberechnung) nie vorgestellt. Es wäre schon von Interesse gewesen, wie detailliert dieses ausgearbeitet ist? Welche Annahmen wurden darin getroffen und welche Rolle spielt darin der übrige Einzelhandel (Verdrängung oder Koexistenz)? Wie sieht das theoretische Einzugsgebiet räumlich und zahlenmäßig aus, ist es plausibel oder wurden am Ende nur die Zahlen des Einzugsgebiets vom Regionalplan abgeschrieben?

 

Um wenigstens Anhaltspunkte zu erhalten, kann man in einer Broschüre von EDEKA zu den Expansionsstrategien nachlesen (Link unten), dass großflächige Einzelhandelsmärkte (Vollsortimenter) mit 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche ein Einzugsgebiet von mindestens 6.500 Einwohnern haben sollen, damit sie rentabel arbeiten können. Bei einem Blick auf die Landkarte, unter Berücksichtigung des Versorgungsgrads der umliegenden Kommunen (Wartenberg, Moosburg, Weixerau, Eching), kann man abschätzen, dass wohl nur Vilsheim als erweitertes Einzugsgebiet in Frage kommt (Buch ca. 3.500 EW, Vilsheim ca. 2.400 EW). Eine Übereinstimmung mit dieser Annahme ist auch im Regionalplan der Region 13 zu finden. Darin werden die Gemeinden Buch am Erlbach und Vilsheim zu einem sogenannten "einzelhandelsspezifischen Verflechtungsbereich" mit 6.123 Einwohnern zusammengefasst (Link siehe unten).

 

Der wirtschaftliche Betrieb des EDEKA Projekts ist demnach also nicht nur davon abhängig, ob wieder mehr Bucher in Buch am Erlbach einkaufen (teilweise Rückholung von Kaufkraft), sondern auch davon, dass mehr Vilsheimer in Buch am Erlbach einkaufen werden. Damit wäre voraussichtlich auch der Lebensmittelhandel in der Nachbargemeinde in seinem Fortbestand gefährdet. Wie würde sich der Wegfall des einzigen demografiegerechten Einzelhandels in Vilsheim auf das Verhältnis der beiden Gemeinden auswirken? Und umgekehrt, wenn sich die Annahmen nicht in dem geplanten Maße bestätigen würden, müsste dann nicht das großflächige EDEKA-Projekt als gefährdet beurteilt werden. Gar nicht auszumalen, wenn NAHKAUF und EDEKA nacheinander von der Bildfläche verschwinden würden.

 

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht könnte uns das als Gemeinderäte sicher egal sein, aus Sicht der Ortsentwicklung aber müssen wir ein Auge darauf werfen. Denn ein realisiertes Projekt, bei dem die Standortvoraussetzungen nicht passen, wird auch erhebliche Probleme bei Nachfolgenutzungen (siehe Schlecker-Leerstand) haben. Da das EDEKA-Standortgutachten nicht vorgelegt wurde, war der Antrag auf Erstellung einer Verträglichkeitsanalyse nur folgerichtig, zumal ein zukunftssicherer Einzelhandel der Wunsch des gesamten Gemeinderats war und ist.

 

 

4. Interkommunales Abstimmungsgebot bei großflächigen Einzelhandelsvorhaben

 

Obwohl es von vielen Fachverbänden Kritik an den Änderungen des Landesentwicklungsplans 2013 gab, können nun auch in kleinen Gemeinden wie Buch am Erlbach großflächige Einzelhandelsprojekte bis 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant werden. Ungeachtet der Tatsache, dass so große Einzelhandelsvorhaben in kleinen Gemeinden meist auf Kaufkraft der Nachbargemeinden angewiesen sind.

 

Trotz des Wegfalls dieser Beschränkung muss bei der Bauleitplanung das interkommunale Abstimmungsgebot (§2 Abs.2 BauGesetzBuch) beachtet werden. Die vom Einzugsgebiet des großflächigen Einzelhandelsprojekts betroffene Nachbargemeinde kann sich auf mögliche Auswirkungen auf ihren "zentralen Versorgungsbereich" berufen (Link siehe unten). Die planende Gemeinde hingegen muss sich im Rahmen des Abwägungsprozesses über das Ausmaß der vorhabensbedingten Auswirkungen vergewissern (i.d.R. Verträglichkeitsanalyse).

 

 

5. Frage nach der verträglichen Größe stellen – lebendige Ortsmitte als Ziel beibehalten!

 

Mit einer Verträglichkeitsanalyse wäre es möglich gewesen, nicht nur die Auswirkungen auf das bisherige Einzelhandelsgefüge zu ermitteln. Es hätte auch die Frage verknüpft werden können, wie groß kann das EDEKA-Ausbauvorhaben gestaltet werden, damit es verträglich mit der übrigen Einzelhändlerschaft wäre. Denn es geht nicht um das Verhindern, sondern um das rechte Maß.

 

Dass es von EDEKA auch kleinere Marktformen gibt, kann man in der Broschüre zu den Expansionsstrategien des Nahversorgungsunternehmens nachlesen (Link siehe unten). Auch im Hinblick auf den Ausbau einer lebendigen Ortsmitte, die ja im Gemeindeentwicklungskonzept des Demografie-Projekts als Hauptziel festgeschrieben wurde, wäre der Erhalt und Ausbau des vielfältigen Einzelhandels eine grundlegende Voraussetzung (Auszüge siehe unten). Mit dem großen EDEKA-Projekt wird es zukünftig wohl kaum noch möglich sein, weiteren Einzelhandel in Buch am Erlbach anzusiedeln.

 

Wäre es denn nicht zielführender gewesen, die vorhandenen Potenziale zu fördern, damit die Gemeinde für die Ansiedlung weiteren Einzelhandels attraktiv gehalten werden kann? Denkbar wäre ein gemeinsamer Runder Tisch mit Einzelhändlern, interessierten Bürgern und Gemeinderäten. In manchen Kommunen organisieren Bürgermeister und Gemeinderäte zusammen einen Klausurtag, um gerade zum Thema Einzelhandel in Verbindung zur Gemeindeentwicklung die einzelnen Vorstellungen und Bedenken zu diskutieren (Angebote SDL Thierhaupten). Fachleute steuern in Impulsreferaten die notwendigen Grundkenntnisse bei. So werden Entscheidungen ermöglicht, die von allen mitgetragen und auch den Bürgern erklärt werden können. Andernorts wurden mit detaillierten Bürgerumfragen zum Kaufverhalten - oft in Verbindung mit einem Einzelhandelsentwicklungskonzept - spürbare Verbesserungen des Einzelhandels in Gang gesetzt (Link siehe unten). Auch wenn diese Entwicklungsprozesse länger dauern, solche Aktivitäten führen Menschen zusammen und wirken als positiver Impuls in einer Gemeinde.

 

 

6. Fazit

 

Da das EDEKA-Standortgutachten nicht vorlag, wäre die beantragte Verträglichkeitsanalyse aus meiner Sicht ein wichtiger Baustein gewesen, mit dessen Informationen eine sachgerechte Abwägung der unterschiedlichen Aspekte im Gemeinderat überhaupt erst möglich geworden wäre. Die Hinweise auf ähnliche Marktgrößen in Zolling (4.500 Einwohner, liegt an der B301 rund 4 Km vor Freising) oder auf ein mögliches weiteres Einzugsgebiet Richtung Holzland sind als Basis einer solch weitreichenden Entscheidung aus meiner Sicht wenig hilfreich.

 

Ein fairer Umgang mit den betroffenen Einzelhändlern, belastbare Informationen erhalten, mit einem moderaten Ausbau des Einzelhandels die lebendige Ortsmitte als Ziel der Gemeindeentwicklung offenhalten, die Gemeinde Vilsheim als möglichen Betroffenen berücksichtigen und die Einbeziehung der Bürger und Einzelhändler bei der Optimierung des Einzelhandels wären für mich die wichtigsten Stichpunkte dazu gewesen. Mit der Entscheidung für das großflächige Projekt aber bleiben nun viele Fragen offen.

 

(Günther Raschel)

 

 

 

Zum Nachlesen und informieren

 

 

Fachgutachterliche Stellungnahme zu den Dispositionen ortsansässiger Einzelhandelsunternehmen

Dr. Ralf Popien, Popien und Partner, Wirtschaftsgutachter, München

 

http://www.buch-am-erlbach.de/export/download.php?id=1677

(Dokument hinterlegt auf der Internetseite der Gemeinde Buch am Erlbach)

 

 

 

Demografie-Projekt 2012 - Endbericht Studentenumfrage (30.04.2012)

http://www.buch-am-erlbach.de/export/download.php?id=1301

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4.3.2 Infrastruktur und Nahversorgung (Seite 36)

 

Die Bereiche „Infrastruktur“ sowie „Nahversorgung“ sind insgesamt in der Gemeinde Buch, gemessen an ihrer Größe, sehr gut abgedeckt. Die Einzelhandelsversorgung übernehmen zwei Einkaufsmärkte mit Waren des täglichen Bedarfs im Kernbereich des Ortes. Ein Ansiedlungsverbot für Einzelhandel im Gewerbegebiet Buchs sichert die Überlebensfähigkeit der Märkte. Waren des mittelfristigen Bedarfs (Textilien, Schuhe, etc.) sowie des langfristigen Bedarfs (Möbel, Elektrogeräte, etc.) werden vor Ort nicht angeboten. Gemäß Bürgermeister Franz Göbl wird die Versorgung in der Bevölkerung als sehr gut betrachtet. Auch die Erreichbarkeit der Einrichtungen (wie Post, Bank, Lebensmittelmarkt) ist im Durchschnitt für über 90% der Bucher als „gut“ zu bezeichnen, wie die Ergebnisse der Haushaltsbefragung zeigen.

 

 

 

Demografieprojekt 2012 -  Zukunftskonferenz 2   (16. Juni 2012)

http://www.buch-am-erlbach.de/export/download.php?id=1471

 

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Arbeitskreis Ortskern, Einzelhandel & Gastronomie

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Ziele 2030

·        Der Ortskern in Buch am Erlbach ist klar definiert.

 

·        Der Ortskern lädt als sozialer und kultureller Mittelpunkt der Gemeinde zum Verweilen ein und ist ein Ort der Begegnung für Jung und Alt.

 

·        Einzelhandel mit Gütern des täglichen Bedarfs, wichtige Dienstleister sowie eine attraktive Gastronomie sind im Ortskern angesiedelt.

 

 

Strategien

 

·        Dienstleistungen, Einzelhandel und Gastronomie im Ortskern halten und ausbauen (z.B. Bürgercafé).

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Demografie-Projekt 2012 – Kurzfassung integriertes Entwicklungskonzept

http://www.buch-am-erlbach.de/export/download.php?id=2118

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Ortskern   (siehe Seite 5)

 

Buch am Erlbach hat als Straßendorf keinen Dorfplatz und damit keine erkennbare Ortsmitte. Im Ortskern sollen alle wichtigen Funktionen gebündelt für die Bevölkerung des Kernorts und der Ortsteile vorgehalten werden. Es soll die „soziale und kommunikative Mitte“ Buch am Erlbachs werden, in dem Begegnung der Generationen stattfinden kann.

 

Ziel für die demographiegerechte Entwicklung des Ortskerns sind: Erhalt der funktionellen Mischung im Ortskern, insbesondere der Nahversorgung, der medizinischen Versorgung, der Treff- und Kommunikationsfunktion, der Versorgung mit sozialer Infrastruktur und der Wohnfunktion, barrierearmer bzw. -freier Umbau des Ortskerns und die Aufwertung des zentralen Innenortsbereichs.

….

 

 

Edeka – Vortrag Wolfgang Seiler, Expansionsleiter Süd

Lebensmittelnahversorgung – Expansionsstrategien und Zukunftskonzepte

http://www.lel-bw.de/pb/site/lel/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/alr/pdf/1/121023_beitrag_seiler.pdf

 

Verschiedene bei EDEKA gängige Marktkonzepte:

 

Verkaufsfläche

Einzugsgebiet

Treff 3000

bis ca. 700 m2

ab 3.000 Einwohner

Nah & gut

ca.  200 - 800 m2

bis 5.000 Einwohner

Edeka Verbrauchermarkt

ab 1200 m2

ab 6.500 Einwohner

 

 

 

 

 

 

Regionalverband Mittlerer Oberrhein:

Tagungsdokumentation: Nahversorgung – Der Weg zur Wohlfühlgemeinde

http://www.region-karlsruhe.de/fileadmin/files/Abbildungen/Nahversorgunsbroschuere/RVMO_Nahversorgung2012_web.pdf

 

Interessante und lesenswerte Übersicht über Planungsgrundsätze in der Nahversorgung;

 

Weiterer Schwerpunkt: Nahversorgungs- und Vermarktungskonzepte in kleineren Gemeinden;

 

 

 

Baugesetzbuch – Ausgabe vom 11.06.2013

Passus zur interkommunalen Abstimmung von Bauleitplänen auf Seite 14

www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bbaug/gesamt.pdf

 

§ 2 Aufstellung der Bauleitpläne

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(2) Die Bauleitpläne benachbarter Gemeinden sind aufeinander abzustimmen. Dabei können sich Gemeinden auch auf die ihnen durch Ziele der Raumordnung zugewiesenen Funktionen sowie auf Auswirkungen auf ihre zentralen Versorgungsbereiche berufen.

 

(3) Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind die Belange, die für die Abwägung von Bedeutung sind (Abwägungsmaterial), zu ermitteln und zu bewerten.

….

 

 

 

Rechtslupe – Nachrichten aus Recht und Steuern

„Zentrale Versorgungsbereiche“ in ländlichen Gemeinden      23.05.2012

http://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/zentrale-versorgungsbereiche-342084

….

Die für einen zentralen Versorgungsbereich im Sinne des § 34 Abs. 3 BauGB in ländlichen Gemeinden (Grund- und Nahversorgungszentrum) zumindest erforderliche Sicherstellung einer wohnortnahen Grundversorgung setzt ein Warenangebot voraus, das den kurzfristigen Bedarf und Teile des mittelfristigen Bedarfs abdeckt.

 

Ein zentraler Versorgungsbereich setzt keinen übergemeindlichen Einzugsbereich voraus. Auch ein Bereich, der auf die Grund- und Nahversorgung eines bestimmten örtlich begrenzten Einzugsbereichs zugeschnitten ist, kann eine zentrale Versorgungsfunktion über den unmittelbaren Nahbereich hinaus wahrnehmen. Der Zweck des Versorgungsbereichs besteht in diesem Fall in der Sicherstellung einer wohnortnahen Grundversorgung der im Einzugsbereich lebenden Bevölkerung.

….

 

 

 

IHK Nürnberg

Liegen Sie richtig? - Planungsratgeber zur Standortbeurteilung

http://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Standortpolitik-und-Unternehmensfoerderung/Standortpolitik/Standortberatung/Bauleitplanung/index.html

 

Im Auftrag der IHK Nürnberg für Mittelfranken hat das Rechtsanwaltsbüro Dr. Waldmann Kohler @ Kollegen einen Planungsratgeber verfasst. Er soll Unternehmen zur ersten Orientierung bei Standortfragen dienen. In ihm werden die wesentlichen Fragen des öffentlichen Baurechts behandelt. Auf Seite 13 ist zur "interkommunalen Abstimmung" zu lesen:

….

 

3.1.5 Abstimmung der Bauleitpläne mit den Bauleitplänen benachbarter Gemeinden

 

Benachbarte Gemeinden sind verpflichtet, ihre Bauleitpläne formell und materiell aufeinander abzustimmen. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn unmittelbare Auswirkungen gewichtiger Art auf die städtebauliche Ordnung und Entwicklung der Nachbargemeinde in Betracht kommen. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn sich die von einer Gemeinde in einem Bebauungsplan beabsichtigte Festsetzung eines Sondergebiets für großflächigen Einzelhandel negativ auf zentrale Versorgungsbereiche einer Nachbargemeinde auswirken kann. Ist Letzteres nämlich tatsächlich der Fall, kann die Nachbargemeinde mittels eines Normenkontrollverfahrens gegen den trotz ihrer Einwendungen erlassenen Bebebauungsplan vorgehen. Unzulässig wäre es zum Beispiel auch, dass eine Gemeinde am Ortsrand ein Industriegebiet festsetzt, wenn daran unmittelbar ein Wohngebiet der Nachbargemeinde angrenzt.

….

 

 

GfK GeoMarketing untersucht Nahversorgungsdichte im ländlichen Raum

http://www.gfk-geomarketing.de/fileadmin/newsletter/pressemitteilung/nahversorgungsdichte_4-2010.html

 

GfK GeoMarketing hat die Nahversorgungssituation in Deutschland analysiert. Der Fachbereich Kommunal- und Handelsberatung untersuchte dazu mit GeoMarketing-Werkzeugen die deutschlandweite Handels- und Verkaufsflächendatenbank des Unternehmens in Hinblick auf die Kriterien Nahversorgungsausstattung und Erreichbarkeit des Nahversorgungsangebots, bzw. die Nahversorgungsdichte.

 

 

 

CIMA - Citymanagement

Verträglichkeitsgutachten

http://www.cima.de/32-0-Vertraeglichkeitsgutachten.html

 

Auswirkungsanalysen im Einzelhandel zeigen den optimalen Kompromiss zwischen Nutzung der Chancen und Abwägung der Risiken von Einzelhandelsprojekten und geben belastbare und transparente Entscheidungsgrundlage zur Hand.

 

  • Wie fügt sich das Einzelhandelsvorhaben in den bestehenden Einzelhandel ein?
  • Welche Wirkung hat das Vorhaben auf die wohnortnahe Grundversorgung?
  • Ist das Vorhaben in seiner Größe richtig dimensioniert?
  • Steht das Vorhaben im Widerspruch zum vorhandenen Zentrenkonzept?
  • Welche Risiken bestehen in der interkommunalen Abstimmung?
  • Welche weiteren Probleme können sich im Genehmigungsverfahren ergeben?

 

Die Daten für eine Verträglichkeitsanalyse, ein Einzelhandelsentwicklungskonzept oder eben auch ein Standortgutachten (Wirtschaftlichkeitsberechnung von Einzelhandelsvorhaben) werden in der Regel mit denselben Methoden erhoben und analysiert. Nur die Fragestellungen unterscheiden sich voneinander.

 

 

 

Beispiele für Bürgerbefragungen

zur Weiterentwicklung des örtlichen Einzelhandels

 

Gemeinde Ried   (3000 EW, Lkr. Aichach-Friedberg bei Augsburg)

http://www.gemeinde-ried.de/media/fragebogen_haushalte.pdf

http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Gemeinde-Ried-befragt-zur-Nahversorgung-id22697131.html

 

Freie Wähler Ried zur Verbesserung des Einzelhandels in der Gemeinde Ried

http://www.fw-ried.de/kommunalwahl/unser-wahlprogramm-im-detail/verbesserung-der-nahversorgung/

 

 

Gemeinde Ahlerstedt  (5.100 EW, Lkr. Stade, Niedersachsen)

http://www.ahlerstedt.info/pages/posts/fragebogen-zum-einzelhandel-in-der-gemeinde-ahlerstedt17.php?p=10

 

 

Gemeinde Tarmstedt  (3.600 EW, Lkr. Rotenburg, Niedersachsen)

http://www.tarmstedt.de/

http://www.gma-befragungen.de/bef4/limesurvey/index.php

 

 

 

Institut für Marketing und Kommunalentwicklung – IMAKOMM

Titelthema: Einzelhandelssteuerung in kleinen Kommunen

KONKRET - Ausgabe April 2011

http://www.imakomm-akademie.de/images/publikationen/imakomm_konkret_april2011_web.pdf

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Kleinere Kommunen mit wenigen 1.000 Einwohnern stehen vor großen Herausforderungen: Das Aufrechterhalten der dortigen Einzelhandelsstrukturen, vor allem der Nahversorgungsstrukturen (die Versorgung mit Waren aus den Bereichen Lebensmittel und Drogeriewaren) wird immer schwieriger, da die Flächenansprüche entsprechender kommerzieller Betreiber weiter steigen.

 

Längst übersteigen diese Flächenansprüche der meisten Betreiberkonzepte, gleich ob Vollsortimenter oder Discounter, die Grenze zur Großflächigkeit. Für entsprechende Umsätze auf diesen Flächen ist aber ein größeres Einzugsgebiet notwendig, welches die Kommune allein nicht bieten kann. Eine Ansiedlung beispielsweise eines modernen Lebensmittelanbieters stößt daher meist an raumordnerische Grenzen und macht eine interkommunale Abstimmung bei solchen Vorhaben zwingend.

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Regionalplan Region 13 Landshut-Kelheim

Karte Nah- und Mittelbereiche  (Stand nach der Siebten Verordnung zur Änderung des Regionalplans vom 13. Juni 2014)

http://www.region.landshut.org/plan/plan_aktuell/teil_a/a_karte_nahmittelbereiche.pdf

 

 

Landesentwicklungsprogramm 2013

Ergänzendes Material – einzelhandelsspezifische Verflechtungsbereiche

http://www.stmwi.bayern.de/fileadmin/user_upload/stmwivt/Themen/Landesentwicklung/Bilder/Instrumente/Landesentwicklungsprogramm_Ergaenzendes_Material_-_Einzelhandelsspez_Verfl.bereich_der_ZO_in_Bayern.pdf

 

 

 

 

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