Ein Supermarkt nimmt Gestalt an

 

Nachdem in der Gemeinderatssitzung vom 4. August 2014 erste Planungsskizzen zum neuen EDEKA-Markt an der Vilsheimer Straße vorgestellt wurden, stellte sich im Gremium die Frage nach der Gestaltung eines so großen Gebäudes.

 

Da insbesondere die ländlich geprägt Ortseingangssituation an der Vilsheimer Straße eine genauere Betrachtung notwendig macht, habe ich mich genauer informiert, welche Gestaltungsmöglichkeiten und Anforderungen es für Einzelhandelsgebäude gibt. Diesbezüglich einige Beiträge, die zu dieser Thematik sehr interessant sein dürften.

 

Besonders lesenswert ist die Ausarbeitung „Lebensmitteldiscounter und Supermärkte - Anforderungen an ihre Gestaltung und ihr räumliches Umfeld“, die von der Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit der Uni Dortmund verfasst wurde. Angefangen von der Integration des Gebäudes in die bauliche Umgebung, Gedanken über großräumige Parkplatz-Brachen, Zugänglichkeit des Marktes für Fußgänger, die nicht über den Parkplatz führt, barrierefreie Gesamtkonzepte, integrierte Unterstellmöglichkeiten der Einkaufswagen, auf die Umgebung abgestimmte Werbeanlagen und vieles andere mehr. Die Untersuchungen verschiedener Fallbeispiele, so die Verfasser, hätten ergeben: wo Gemeinden und Kommunen hinsichtlich der Gestaltung keine Forderungen stellen, werden im Interesse der Projektentwickler, der Betreiber und beteiligten Fachplaner in der Regel Standardbauten des Einzelhandels realisiert.

 

Ein Interview unter anderem mit der Landschaftsplanerin Angela Uttke vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin, die sich für mehr Bauqualität bei Einzelhandelsprojekten einsetzt ist in dem Beitrag „Stadtbaustein Lebensmittelmarkt – die Abänderbarkeit des scheinbar Unveränderlichen“ nachzulesen.

 

Einen weiter gefassten Blick auf Gestaltungsfragen vermittelt die Ausarbeitung „Baukultur in ländlichen Räumen“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Anhand von vier Baukulturgemeinden und fünf Baukultur-Initiativen wird aufgezeigt, wie dort an gestalterische und planerische Fragen als umfassende Betrachtungsweise herangegangen wird. Besonders interessant und immer wieder lesenswert die Gemeinde Weyarn mit Bürgermeister Michael Pelzer, der im Jahr 2000 auch in unserer Gemeinde einen Vortrag gehalten hat. In der Ausarbeitung (Seite 155–176) spricht er den Schlüsselsatz aus „Besser länger planen als Fehler bauen“. Die Beherzigung dieses Satzes würde ich mir auch für dieses Projekt wünschen. Denn die Ortseingangssituationen sind die einprägsamsten und sensibelsten Visitenkarten einer Gemeinde.

 

(Günther Raschel)

 

 

 

 

Literatur

 

 

Lebensmitteldiscounter und Supermärkte:

Anforderungen an ihre Gestaltung und ihr räumliches Umfeld

Stadt Dortmund - Stadtplanungs - und Bauordnungsamt

Technische Universität Dortmund - Fakultät Raumplanung

November 2008

 

Supermärkte und Lebensmitteldiscounter haben wie kaum eine andere Betriebsform des Einzelhandels die deutsche Stadtlandschaft in den letzten Jahrzehnten geprägt. Sie haben sich nicht nur an peripheren Standorten angesiedelt, sondern sind in Stadtstrukturen allen Alters zu finden. Aus diesen, zumeist innerörtlichen Lagen ziehen sie sich heute immer mehr zurück. Waren Supermärkte und Lebensmitteldiscounter früher auf die Nachbarschaft von weiteren Frequenzbringern wie Bäckereien oder Metzgereien angewiesen, funktionieren sie heute durch die Erweiterung des Sortiments und ihre Größe als eigenständige Frequenzbringer. Es werden Standorte gesucht, die besser die heutigen Ansprüche der Betreiber nach Verkaufsfläche und Stellplätzen erfüllen und nicht an bestehende Versorgungszentren geknüpft sein müssen

 

http://www.dortmund.de/media/p/stadtplanungs_und_bauordnungsamt/stadtplanung_bauordnung_downloads/stadtplanung_1/Lebensmitteldiscounter_und_Supermaerkte.pdf

 

 

 

Stadtbaustein Lebensmittelmarkt – die Abänderbarkeit der scheinbar Unveränderlichen

gesendet: 29.04.2010    Gesamtlänge: 30:00 min, Hörausschnitt: 7:46 min

 

Sie stehen am Ortseingang, in Gewerbegebieten, aber auch mitten in der Stadt, drängen sich in Wohngebiete und sind unübersehbar: die Typenbauten der Supermärkte und Discounter.

 

So unverzichtbar sie der Bevölkerung bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln sind, so wenig schmeicheln sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild dem Auge. Es sind zumeist Musterbauten, bestehend aus einer langgestreckten Kiste mit einem Satteldach oben drauf, denn mehr bedarf es nicht, um einen funktionalen Markt zu errichten. So sah und sieht häufig genug das bauliche Standardangebot der Unternehmen aus, und mehr war viele Jahrzehnte lang von Kommunen und Gemeinden auch nicht eingeklagt worden. Doch es tut sich was im Bereich der Lebensmittelmärkte. Supermarktunternehmen und Discounter sehen sich zunehmend dazu aufgefordert, ihre Märkte baulich abwechslungsreicher zu gestalten und in das Stadtbild zu integrieren. Eine Verfechterin für mehr Bauqualität ist auch Angela Uttke vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin.

 

http://www.karenbork.de/278/

 

 

 

Baukultur und Orte des Konsums – Handelsarchitektur in westfälischen Städten

von Johannes Lücke

 

Die Verbindung zwischen Funktionalität und ästhetischer Gestaltung von Einzelhandelseinrichtungen bildet ein Spannungsfeld, das verstärkt im Fokus der städtebaulichen Kommunalentwicklung steht. Strukturelle Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft, die einerseits mit Funktionsverlusten in Form von erhöhten Leerstandsquoten sowie zunehmender Filialisierung in den Innenstädten und andererseits mit einer Zunahme des großflächigen Einzelhandels in nicht-integrierten Lagen einher gehen, beeinflussen auch das äußere Erscheinungsbild von Einzelhandelsstandorten (s. Beitrag Krajewski/Schulte). Häufig wird dabei das Gesamtbild in vielen Innenstädten, welches stark durch die "Corporate Identity" großer Warenhäuser und Filialisten bestimmt wird, als zu starr, uniform, beliebig oder austauschbar bezeichnet (vgl. Vesper 2004, S. 7). Und auch abseits der Innenstädte sorgen großflächige Discounter und Fachmärkte nur selten für Attraktivität in Stadtrandlagen. Diese Entwicklungen lassen sich in unterschiedlichem Ausmaß auch in westfälischen Städten wiederfinden, darüber hinaus gibt es aber auch individuelle Eigenschaften und Ansätze, die zur Aufwertung vieler Standorte beitragen und sich von der gängigen Praxis positiv abheben.

 

http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfalen_Regional/Siedlung/Stadtteilentwicklung/Handelsarchitektur/

 

 

 

Gut versorgt in meiner Stadt - Auf dem Weg zur qualifizierten Nahversorgung

Tagung am 25. Februar 2014 in der historischen Aula der Bauhaus Stiftung in Dessau

Deutscher Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt (DStGB)

 

Die Auswirkungen des demografischen Wandels und der Urbanisierung werden zunehmend sichtbar. Gerade in ländlichen Regionen wird die Versorgung der Bevölkerung zur Herausforderung. Im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt in Dessau diskutierten Kommunalvertreter mit Fachleuten die verschiedenen Aspekte der Nahversorgung im ländlichen Raum und welche Handlungsoptionen existieren. Dabei wurde deutlich, dass die Entwicklung von Nahversorgungskonzepten Städten und Gemeinden dabei helfen kann, ihre Zentren nachhaltig zu stärken und den Anforderungen der Bevölkerung gerecht zu werden. Die größten Erfolgsaussichten haben dabei Konzepte, bei denen alle „Entscheider“ und „Planer“ in den Entstehungsprozess aktiv miteinbezogen werden.

 

http://www.dstgb.de/dstgb/Home/Schwerpunkte/St%C3%A4dtebaurecht%20und%20Stadtentwicklung/Aktuelles/Gut%20versorgt%20in%20meiner%20Stadt/

 

 

 

Baukultur in ländlichen Räumen

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn

Dezember 2013

 

Baukultur meint nicht nur das eine oder andere schön gebaute Haus oder einen bemerkenswerten Architekturentwurf, sondern auch gut gestaltete öffentliche Räume, Infrastrukturen und Landschaften. Sie umfasst das öffentliche und private Engagement, die prominenten, spektakulären Objekte, aber auch die alltäglichen Lebenswelten. Wenn heute von Baukultur in einem fachlich-politischen Zusammenhang gesprochen wird, so ist damit die Herstellung der gebauten Umwelt und der Umgang mit ihr gemeint. Baukultur besitzt stets zwei Seiten: Einerseits umfasst sie als Produkt die gut gestaltete baulich-räumliche Umwelt in Städten, Dörfern, Regionen und der Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit. Andererseits gehören dazu die Prozesse, geeignete Instrumente und Verfahren, die notwendig sind, um diese Qualität hervorzubringen. Schließlich ist Baukultur genau die gesellschaftliche Übereinkunft, sozusagen ein baukultureller Gemeinsinn, der gute Produkte und gute Prozesse erst entstehen lässt.

 

Anhand von fünf Baukulturinitiativen (Baiersbronn, Baruth, Burbach, Leiferde und Lüchow) und vier Baukulturgemeinden (Biberach, Luckenwalde, Volkenroda und Weyarn) soll aufgezeigt werden, dass Planungen, die eine ganzheitliche Sicht von Baukultur umsetzen, auch Vorteile für die Gemeinden, ihre Bewohner und Besucher haben.

 

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ReFo/Raumordnung/2011/BaukulturLaendlicheRaeume/05_Veroeffentlichungen.html

 

 

 

Lebensmittelnahversorgung – Expansionsstrategien und Zukunftskonzepte

Edeka – Vortrag Wolfgang Seiler, Expansionsleiter Süd

 

Ortsangepasste Marktkonzepte bei EDEKA möglich:

 

 

Verkaufsfläche

Einzugsgebiet

Treff 3000

bis ca. 700 m2

ab 3.000 Einwohner

Nah & gut

ca.  200 - 800 m2

bis 5.000 Einwohner

Edeka Verbrauchermarkt

ab 1200 m2

ab 6.500 Einwohner

 

http://www.lel-bw.de/pb/site/lel/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/alr/pdf/1/121023_beitrag_seiler.pdf

 

 

 

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