Jugendarbeit lebt von Eigeninitiative

NEUE LISTE BUCH fordert Jugendreferenten im Gemeinderat

Buch. Für die kürzlich im Gasthof Kuttenlochner stattgefundene Informationsveranstaltung zum Thema "Jugendarbeit in Landgemeinden" konnte die NEUE LISTE BUCH die Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Kreisjugendrings Erding, Sonja Brunner-Schlegel gewinnen.

 

Elisabeth Gutknecht aus Buch begrüßte die zahlreich erschienenen Zuhörer und stellte fest, daß Jugendarbeit, und hier mache Buch keine Ausnahme, meist ein Stiefkind der Gemeindepolitik sei. Die NEUE LISTE BUCH habe sich daher entschlossen, sachkundige Informationen zu diesem Thema einzuholen, nichtzuletzt um das zukünftige Handeln in der Gemeinde zu beeinflussen.

 

Zu Beginn ihres Referats ging Sonja Brunner-Schlegel auf die gesetzlichen Grundlagen für die Jugendarbeit in Kreisen und Gemeinden ein. Diese seien im Kinder- und Jugendhilfegesetz KJHG geregelt, das die Landkreise und Gemeinden zur Jugendarbeit verpflichte. Unter Jugendhilfe, als übergeordneter Begriff sei zum einen die Förderung der sozialen Entwicklung der Jugendlichen gemeint, beeinhalte aber auch die Beratung und Unterstützung von Eltern und die Schaffung von positiven Lebensbedingungen. Daneben werden in diesem Gesetz auch Aspekte der Suchtprävention und der Bildung berücksichtigt. Als Träger der Jugendhilfe sind in erster Linie die Landkreise und Gemeinden anzusprechen. Die Förderung besteht meist in der Bereitstellung finanzieller Mittel. Um diese Gelder auch sinnvoll einsetzen zu können, muß der Kreis in einem Jugendhilfeplan zunächsteinmal den Bedarf feststellen. Die Landkreise seien aber, so Frau Brunner-Schlegel, damit in der Regel überfordert. Aus diesem Jugendhilfeplan werden dann die Zuschußrichtlinien erarbeitet, nach dem die Gelder an die einzelnen Organisationen und Initiativen verteilt werden. In Gemeinden läuft die Jugendhilfe meist nicht so bürokratisch ab, hier entscheidet der Gemeinderat gezielt über einzelne Projekte.

 

Die Referentin erklärte, daß im Landkreis Erding die Jugendarbeit gut unterstützt würde. So habe der Kreisjugendring Erding erreicht, daß in jedem Gemeinderat ein Jugendreferent benannt würde. Dies habe den Vorteil, daß die Jugendlichen in den Gemeinden kompetente Ansprechpartner hätten und daß dem Landkreis für seine Förderaufgaben gezielt Informationen zur Verfügung stünden. Martin Schachtl aus Thann warf ein, daß sich diesbezüglich im Landkreis Landshut recht wenig tue, Jugendreferenten in den Gemeinden seien bisher kein Thema gewesen. Hier sehe die NEUE LISTE BUCH dringenden Handlungsbedarf, um zumindest in Buch einen solchen zu erhalten.

 

Neben der, durch Vereine und Verbände organisierten Jugendarbeit ging die Referentin auch auf die sogenannte freie Jugendarbeit ein. Sie habe die Erfahrung gemacht, daß viele Jugendliche einer festen Bindung an Vereine und den damit verbundenen regelmäßigen Treffen ablehnend gegenüberstünden. Hier haben sich Jugendtreffs und Teestuben bewährt, die von den Jugendlichen zwanglos besucht werden könnten. Diese würden meist durch private Initiativen betrieben. Gerade durch private Interessengemeinschaften, so Frau Brunner-Schlegel, sei in Gemeinden sehr viel zu erreichen. Ob das ein Kindergartenverein, eine Initiative zur Förderung eines Jugendtreffs, ein Filmclub oder auch ein Theaterverein sei, immer stecke auch ein durchdachtes Konzept dahinter. Ein Gemeinderat tue sich hier leichter, eine finanzielle Unterstützung zu gewähren. Eine Besucherin, die Mitglied beim Kindergartenverein Ast/Tiefenbach ist, konnte dies nur bestätigen. Als Beispiel führte sie an, daß durch die Zusammenarbeit vieler engagierter Eltern neben dem Kindergarten auch eine Kinder- und Jugendbibliothek betrieben würde.

 

Neben vielen weiteren Anregungen für die gemeindliche Jugendarbeit stellt die Referentin heraus, daß sich die Jugendfreundlichkeit einer Gemeinde nicht nur bei der eigentlichen Jugendarbeit zeige, sondern auch in der Gestaltung und Zugänglichkeit von öffentlichen Gebäuden, in der Schaffung von Schlittenhügeln, Bolzplätzen und Kinderspielplätzen, die für kleine Kinder auch erreichbar sind. Daneben spiele auch die Verkehrssicherheit und die öffentlichen Verkehrsmittel eine Rolle, die den jungen Menschen ein selbständiges Erreichen von Einrichtungen in der nächsten Stadt ermöglichten. Als nützlich habe sich in Gemeinden ein vierteljährlich erscheinendes Gemeindeblatt erwiesen, das auch eine Seite mit Informationen für junge Leute beinhalte.

 

Am Schluß des Vortrags bedankte sich Konrad Heilmeier von der NEUEN LISTE BUCH bei Sonja Brunner-Schlegel für die fundierten Anregungen.

 

Verf.: G. Raschel

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