25.07.1995

Neue Liste Buch stellt sich vor

"Handeln statt Nörgeln" als Rezept gegen Politikverdrossenheit

Buch. "Handeln statt Nörgeln" als Rezept gegen Politikverdrossenheit, so stellte der Sprecher Konrad Heilmeier am Donnerstag, den 20. Juli im Gasthof Kuttenlochner in Buch die neugegründete Wählerliste vor. Bei den Kommunalwahlen am 10. März 1996 finde in den Bucher Parteien ein größerer Generationenwechsel statt, erklärte Heilmeier, da einige Gemeinderäte aus Altersgründen nicht mehr kandidieren würden. Daher sehe man gute Möglichkeiten, am 10. März einige Plätze im Gemeinderat zu erreichen.

Die NEUE LISTE BUCH verstehe sich nicht als Protestliste oder als Antipartei, die alles besser mache. Vielmehr sei für die engagierten Bürger wichtig, daß in Buch endlich eine parteiunabhängige dritte Kraft im Gemeinderat sitze. "Konkurrenz belebt das Geschäft" stehe daher nicht umsonst als Titel auf der ausgeteilten Kurzbeschreibung der NEUE LISTE BUCH. Die Schwerpunkte der Politik sehe Heilmeier vor allem darin, familien- und kinderfreundliche Entscheidungen zu erreichen, christliche Wertmaßstäbe in die Politik einzubringen, daß man für Jung und Alt gleichermaßen da sei, daß Alt- und Neubürger besser miteinander auskommen und daß umweltorientiertes Handeln stärker gefördert würde.

Mehr ins Detail ging dann Martin Schachtl. Die NEUE LISTE BUCH wolle dem Bürger die Gemeindepolitik näherbringen. Neben einem vierteljährlich erscheinenden Gemeindeblatt, das die wichtigsten Entwicklungen in der Gemeinde beleuchte, soll ein politischer Stammtisch und regelmäßige Berichte in der Zeitung die Arbeit im Gemeinderat transparenter machen, erklärte Schachtl. Auch solle das Volksbegehren "Mehr Demokratie" unterstützt werden, weil nur dadurch die Ideen und das Problembewußtsein der Bürger genutzt werden könne. Beim Thema Verkehr forderte Schachtl vor allem eine Verbesserung der Busanbindung nach Moosburg und nach Landshut.

Eine angeregte Diskussion ergab sich beim Thema Kindergarten. Auch durch die momentan stattfindende Erweiterung des kirchlichen Kindergartens könne keine Bedarfsdeckung der Kindergartenplätze erreicht werden, vielmehr werde diese bereits in zwei Jahren wieder zu klein sein, befürchtete Martin Schachtl. Bei der Grund- und Hauptschule sollen die bisherigen Ausbaupläne weiterverfolgt werden, die vor allem durch das Engagement des Bucher Bürgermeisters Lambert Huber zustandegekommen seien. Ein weiteres Hauptanliegen sei die Jugendarbeit, die bisher eher stiefmütterlich behandelt wurde. Die Kirchen, Vereine und Privatinitiativen sollen daher, nach dem Willen der NEUE LISTE BUCH, verstärkt unterstützt werden. Durch einen im Herbst geplanten Vortrag eines Experten für Jugendfragen, sollen auch noch andere Möglichkeiten für eine sinnvolle Jugendarbeit erarbeitet werden.

Beim Thema Baulandpolitik war man sich einig, daß sich das bisherige Einheimischenmodell positiv auf die Ortsentwicklung auswirke. Gleichzeitig sollen verstärkt Arbeitsplätze im Ort geschaffen werden. Daß Buch am Erlbach ständig wachse, aber keinen vernünftigen Veranstaltungssaal mehr besitze, sei traurige Tatsache, meinte Martin Schachtl. Daher müsse in der nächsten Zeit unbedingt ein Konzept erarbeitet werden, wie und wo man wieder zu einem solchen komme. Ebenso sei das Heimatmuseum zu unterstützen, zu dessen Einrichtung sich ja bereits ein eigener Verein zusammengefunden habe.

Um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen, soll ein ganzes Paket an Maßnahmen ergriffen werden, fuhr Schachtl fort. Durch eine Ab-Hof-Vermarktung oder einen Wochenmarkt sollen die Landwirte die Möglichkeit erhalten eigene Produkte anbieten zu können. Neubaugebiete könnten mit einer zentralen Hackschnitzelheizung ausgerüstet werden, so daß heimisches Schwachholz gewinnbringend verwertet würde. Daß die Erkenntnisse des Landschaftsplanes, der ja nicht gerade billig war, auch genutzt werde sollen, war ein Anliegen von Konrad Heilmeier, von Beruf Landschaftsarchitekt. Neubaugebiete oder auch Gewerbegebiete könnten besser an die Landschaft angepaßt werden. Für die Landwirtschaft würden sich weitere Einnahmequellen durch Maßnahmen zur Landschaftspflege ergeben. Die Gemeinde dürfe aber hier nur beratend und fördernd den Landwirten zur Seite stehen und solle nichts über deren Köpfe hinwegentscheiden, stellte Heilmeier heraus.

Mit der Müllverbrennung am Standort Zacherl, übernahm Schachtl wieder das Wort, würde der Landshuter Westen zum Abfallkübel von Erding und Freising. Man befürchte, daß diese Anlage ein starkes Transportaufkommen fördere, daß massiv Schadstoffe in die Luft geblasen würden und daß die Abfallproblematik insgesamt dadurch auch nicht gelöst würde. Die NEUE LISTE BUCH wolle sich gezielt über andere Lösungsmöglichkeiten zur Restmüllbehandlung informieren und Maßnahmen zur Müllvermeidung unterstützen.

Zum Abschluß der Sitzung bemerkte Konrad Heilmeier, daß die Auflistung der Schwerpunkte der NEUE LISTE BUCH sicher nicht vollständig sei, vielmehr würde man weitere Anregungen aus der Bevölkerung erwarten. Ein Teil der Punkte könne auch nur Angebot an die Bürger sein, die nur zu verwirklichen seien, wenn ein breites Interesse dafür bestehe. Ein weiteres Anliegen von Heilmeier, sei der notorische Frauenmangel in der Kommunalpolitik. Ein höherer Frauenanteil im Gemeinderat wäre eine echte Bereicherung, denn Themen, wie Schule, Kindergarten, Ortsentwicklung oder Umwelt würden sicher anders angepackt werden, als dies von einem reinen Männer-Gemeinderat erfolgte.

Verf.: G. Raschel

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