Menschenkette am 9. Oktober in München

Verlängerte Laufzeiten hebeln Erneuerbare aus – Endlagerung ungelöst

    Armin Reiseck setzt sich für die Beibehaltung der bisherigen Planungen zum Atomausstieg ein.
Armin Reiseck setzt sich für die Beibehaltung der bisherigen Planungen zum Atomausstieg ein.

Buch. Bei einem Unfall am Kernkraftwerk Isar 1 wäre die Gemeinde Buch am Erlbach nicht im Evakuierungsplan enthalten, stellte Martin Schachtl zu Beginn des Vortrags "Atomkompromiss – Ausstieg oder Weiterbetrieb" im Gasthaus Bauer fest.

 

Auf Einladung des Bucher Ortsverbandes der SPD und der Neuen Liste Buch berichtete Armin Reiseck vom Landshuter Bündnis für Atomausstieg vergangene Woche im Gasthaus Bauer über die Bedenken zum sogenannten "Atomkompromiss".


Neben den zahlreichen Gästen nahm auch Bürgermeister Franz Göbl an der Veranstaltung teil.


Große Sorge äußerte Armin Reiseck hinsichtlich der im Rahmen des Atomkompromisses geplanten Laufzeitverlängerung. Die betagten Meiler sollen demnach zwischen 8 und 14 Jahren länger am Netz bleiben als bisher geplant. Er hoffte aber, dass der Atomkompromiss in dieser Form nicht Wirklichkeit werden wird und das Atomkraftwerk Isar 1 vereinbarungsgemäß 2011 vom Netz gehen kann und Isar 2 dann im Jahre 2020 außer Betrieb genommen wird.


Besonders kritisch beurteilte er das Thema „Endlagerung“. „Bisher ist weltweit noch kein einziges Gramm des hochradioaktiven Atommülls endgelagert.“ sagte Armin Reiseck dazu. Für das geplante Endlager in Gorleben sollen derzeit die Untersuchungen wieder aufgenommen werden. Im Salzstock würden die Castorbehälter aber nicht mehr rückholbar verfüllt. Dabei seien auch dort schon Wassereinbrüche festgestellt worden, was diese Form der Endlagerung aus seiner Sicht besonders riskant mache. Reiseck erinnerte an die aktuellen Probleme beim Atommülllager "Asse".


Als weiteren Punkt sprach Armin Reiseck an, dass weder Isar 1 noch das am Atomkraftwerk errichtete Zwischenlager BELLA gegen einen Flugzeugabsturz sicher seien. Dort hätten bis zu 152 Castorbehälter Platz. Reiseck ergänzte, dass jedes dieser Behälter in ungefähr die Menge an radioaktivem Material enthalte, die bei dem Reaktorunfall in Tschernobyl freigesetzt worden sei.


Durch den Beschluss zur Laufzeitverlängerung durch die schwarz-gelbe Regierung werde eine vernünftige Energiepolitik wohl unmöglich. In Deutschland werde derzeit in etwa die dreifache Strommenge von Isar1 an Stromüberkapazitäten erzeugt. Die als Brückentechnologie bezeichnete Atomkraft behindere dadurch die weitere Fortentwicklung der erneuerbaren Energien ganz erheblich. Armin Reiseck betonte, dass den erneuerbaren Energien eigentlich die Zukunft gehören sollte.

 

Aufgrund der Unwägbarkeiten und vielen ungelösten Fragen sei es dringend notwendig, sich von dieser riskanten Technologie zu verabschieden. Vor knapp einem Jahr habe sich daher das Landshuter Bündnis für Atomausstieg gebildet, um den mit den Kraftwerksbetreibern vereinbarten Atomausstieg auch einzufordern und die Laufzeitverlängerung zu verhindern. Und immer mehr Menschen hegen große Bedenken gegen den Weiterbetrieb der atomaren Altanlagen. Man habe aber nur eine Chance, die Ablehnung dieser Technologie auf die Tagesordnung zu bringen, wenn sich an den Veranstaltungen möglichst viele Bürger beteiligen.


Er lud alle Anwesenden ein, sich an der Großdemonstration mit Menschenkette am Samstag, 9. Oktober in München zu beteiligen und ein Zeichen gegen die Aushebelung des Atomausstiegs zu setzen. Im Anschluss an den Vortrag warb Josef Gerbl vom Bund Naturschutz, Ortsgruppe Oberes Vilstal für den Wechsel auf Stromanbieter, die ihren Strom ausschließlich aus erneuerbare Energien beziehen. In einer offenen Diskussion wurden noch vielfältige Punkte zur Atomkraft angesprochen.


Verf.: G. Raschel


Josef Gerbl vom Bund Naturschutz Ortsgruppe Oberes Vilstal legte den Teilnehmern den Wechsel zu einem Stromanbieter nahe, der ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen bezieht.

Martin Schachtl begrüßte die Gäst an der Informationsveranstaltung über die geplante Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke.

Viele Gäste darunter auch Bürgermeister Franz Göbl informierten sich über den geplanten Atomkompromiss der Bundesregierung und die Bedenken zur Laufzeitverlängerung der betagten Atommeiler.

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