Art der Energieerzeugung für CO2-Bilanz entscheidend

Elektroautos – zukunftsweisend aber noch zu geringe Reichweite

 Für Anton Angermaier sind die Batterietechnik und die Art der Stromerzeugung wichtige Themen bei der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen.
Für Anton Angermaier sind die Batterietechnik und die Art der Stromerzeugung wichtige Themen bei der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen.

Buch. "Elektrisch ist gleich ökologisch. Diese Rechnung stimmt für Elektroautos nur unter bestimmten Voraussetzungen.", räumte Anton Angermaier bei seinem Vortrag "Elektrisch in die Zukunft fahren?" ein, der kürzlich im Gasthaus Kuttenlochner stattfand. Zu dem gut besuchten Vortrag der Neuen Liste Buch begrüßte Konrad Heilmeier die Zuhörer.

Eine sich verändernde Einstellung zum Auto, das Bewusstsein um die Endlichkeit der fossilen Energieträger, der Klimawandel sowie der zunehmende Trend in Städten zu siedeln, seien Ursachen, dass derzeit verstärkt über Elektroautos gesprochen aber auch intensiv geforscht und entwickelt werde, stellte Anton Angermeier einleitend fest. Insbesondere die USA und China fördern den Ausbau der Technologie mit erheblichen finanziellen Mitteln. In Europa hingegen wünscht man sich zwar eine Spitzenposition der Fahrzeugindustrie bei elektrischen Antrieben, aber von staatlicher Seite werde diese Technologie nur sehr wenig gefördert.

Für Anton Angermaier sind die Batterietechnik und die Art der Stromerzeugung wichtige Themen bei der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen.

Anton Angermaier wies darauf hin, dass vor allem die in den Batterien gespeicherte Energie sehr gering sei. Während 50 Liter Diesel mehr als 500 Kilowattstunden Energie enthalten, können Batterien von Elektroautos bestenfalls 30 bis 40 Kilowattstunden speichern. Entsprechend kurz sei daher die Reichweite von Elektroautos. Auch die mehrere Stunden dauernde Ladezeit sei wenig komfortabel. Aufgrund der geringen gespeicherten Energie sei in den Fahrzeugen ein ausgefeiltes Energiemanagementsystem notwendig. Die unterschiedlichen Verbraucher, wie Motor, Beleuchtung oder Heizung werden von diesem System so geregelt, dass für den Fahrbetrieb und die Fahrweise die entsprechende Energie bereitsteht und auch die geforderte Reichweite mit dem Energievorrat in der Batterie bewältigt werden kann. Der Referent stellte heraus, dass im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren die Elektromotoren auch bei niedrigen Drehzahlen das volle Drehmoment zur Verfügung stellen. Das verlangt eine ausgeklügelte Steuerung.

Im Weiteren erläuterte Angermaier sehr ausführlich den Aufbau eines Elektroautos und die verschiedenen Antriebskonzepte, die derzeit bei den Fahrzeugherstellern erprobt werden. Die Bandbreite geht vom heute schon serienreifen Hybridantrieb, bei dem Elektromotor und Benzinmotor gleichzeitig die Räder antreiben, über Elektroautos mit Batterie und zusätzlichem Motor zur Stromgewinnung bis hin zum rein batteriebetriebenen Fahrzeug.

Bei der Betrachtung der Kohlendioxid-Bilanz kam Anton Angermaier auf einen wichtigen Punkt zu sprechen. Wie ökologisch letztlich der elektrische Antrieb sei, das komme vor allem auf die Art der Stromerzeugung an. Während Braunkohle, Erdöl oder Erdgas bei der Erzeugung von Strom sehr viele Klimagase emittieren, können Solar, Wind und Wasser mit geringen Kohlendioxidemissionen aufwarten. Er betonte, dass man bei allen Arten der Energieerzeugung immer die gesamte Kette und deren Verluste betrachten müsse. In der Diskussion wurden auch intelligente Ladesysteme angesprochen, die die Batterien der Fahrzeuge als Puffer für Schwankungen im Stromnetz benutzen. Angermaier räumte ein, dass dieser Ansatz, die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen verbessere, dass aber bei der derzeitigen Batterietechnik auch die Lebensdauer der Energiespeicher herabgesetzt werde. Abschließend fasste der Referent zusammen, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und der dazu notwendigen Infrastruktur erst am Anfang sei und es spannend werde, was der Markt akzeptiert und welche Technologien sich letztlich durchsetzen.

Die Zuhörer hatten im Anschluss an den Vortrag viele Fragen zu den Antriebskonzepten, zur notwendigen Infrastruktur und zur Umweltfreundlichkeit von Elektroautos.

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