Entlang der Isarhangleiten bei Niedererlbach

Alfons Koller erläutert Vogelwelt und Frühlingspflanzen

An den Quellaustritten entlang des Stünzbaches am Fuße der Isarhangleiten sind viele feuchtigkeitsliebende Pflanzen zu finden, erklärte Alfons Koller der Wandergruppe.
An den Quellaustritten entlang des Stünzbaches am Fuße der Isarhangleiten sind viele feuchtigkeitsliebende Pflanzen zu finden, erklärte Alfons Koller der Wandergruppe.

Buch. Von der regnerischen Seite zeigte sich der April bei der naturkundlichen Frühjahrswanderung der Neuen Liste Buch am vergangenen Wochenende. Dennoch fanden sich viele Interessierte Wanderer am Sonntagmorgen beim Gasthaus Bauer in Niedererlbach ein. Sie wurden belohnt mit interessanten Einblicken in die Tier- und Pflanzenwelt im Frühjahr des noch unbelaubten Laubwaldes der Isarhangleiten und des Stünzbachtals.


Die Isarhangleiten in der heutigen Form seien durch die Schmelzwasserströme der Isar während der Eiszeiten entstanden, erklärte Alfons Koller. Im gleichen Zeitraum hätten sich durch Lößanwehungen auch die "asymmetrischen" Seitentäler, wie das Stünzbachtal mit steiler verlaufenden südlich ausgerichteten Hängen und flachen Nordhängen gebildet. Im Laufe der Wanderung lernte die Gruppe unterschiedliche Standorte kennen. Die Hangleiten, so bemerkte Koller, seien mit einem wärmeliebenden Laubwald bewachsen, der im Bereich Niedererlbach vor allem aus Rotbuchen besteht. Am Fuße der Hangleiten finden sich feuchte, kalkhaltige Wasseraustritte mit dem typischen Bewuchs. Er machte darauf aufmerksam, dass die frühe Pflanzenwelt, beispielsweise Buschwindröschen, Hohler Lerchensporn, Leberblümchen oder die vielblütige Weißwurz den kurzen Zeitraum im Frühjahr nützten, in der die Laubwälder noch ohne Laub sind. Typisch für alle Frühjahrspflanzen seien die sogenannten Rhizome in den Wurzeln, in denen sie Energiestoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr ansammeln würden, erläuterte Alfons Koller.


Einen kurzen Ausflug in die Archäologie von Niedererlbach ergänzte Klaus Leidorf beim Hambeck-Anwesen. Von dem höher gelegenen Ausblick auf das Bucher Gewerbegebiet waren auf dem Acker die schattierten Umrisse der Römerstraße gut erkennbar. Neben keltischen Grabfunden (um 500 vor Christus) seien dort auch ein römisches Mausoleum und im Kreuzungsbereich zur Erdinger Straße eine Ansiedelung aus der Urnenfelderzeit (um 1000 vor Christus) gefunden worden. Von besonderer Bedeutung sei die keltische Ansiedelung an der oberen Hangkante der Hangleiten bei Niedererlbach. Etwas entfernt davon im Bereich Flurstraße wurden die Grundmauern einer "Villa rusticae", eines landwirtschaftlichen Gehöfts aus der Römerzeit, ausgegraben.


Im Laufe der Wanderung machte Alfons Koller immer wieder auf die Vögel aufmerksam: Buchfink, Zaunkönig und Zilpzalp mischten sich in das Vogelstimmenkonzert. Die Wanderung führte weiter in Richtung Stünzbachtal. Koller erläuterte, dass in diesem Bereich auch Nagelfluh zu finden sei, eine Gesteinsart in dem Kiese mit Kalk fest gebunden sind. Dies habe man in früheren Zeiten auch als Baumaterial verwendet. Im unteren Bereich der Hangleiten entlang des Stünzbaches machte Alfons Koller auf die kalkhaltigen Quellaustritte aufmerksam. Vor allem Sumpfdotterblume, die Frühlingsplatterbse oder das Mädesüß waren hier zu finden. Koller zeigte der Wandergruppe auch das bevorzugt an Bachufern wachsende indische Springkraut, dessen erste Blätter bereits sichtbar waren. Diese hochwachsenden Stauden seien sogenannte Neophyten, aus anderen Regionen neuangesiedelte Pflanzen, die die ursprünglich vorkommende Vegetation massiv verdrängt, betonte Koller.

 

Abschließend besuchte die Wandergruppe noch eine nahegelegene Viehweide. Dort war der seltene kleine Mäuseschwanz, ein unscheinbarer, etwa 5 cm hoher Frühblüher, zu finden. Auf dem Rückweg hatte der belesene Naturschützer noch viele Fragen zu beantworten. Bei einem leckeren Mittagessen im Gasthaus Bauer in Niedererlbach klang die Wanderung aus.


Verf.: Günther Raschel

Die Vielfalt des Bewuchses und die Tierwelt, vor allem die Vögel, die entlang der Isarhangleiten entdeckt werden können, sind für Alfons Koller zu allen Jahreszeiten ein ganz besonderes Erlebnis.

An den Quellaustritten am Fuße der Isarhangleiten sind kalkhaltige Ablagerungen sichtbar. Der Nagelfluh sind Kiesgesteine, die im Laufe der jahrtausende durch Kalkablagerungen zu einem festen, fast betonartig wirkenden Gestein gebunden wurden.

Klaus Leidorf gab einen kurzen Überblick über die vor- und frühgeschichtlichen Funde, die im Bereich Niedererlbach bei Ausgrabungen gefunden wurden. Die Zeugnisse aus dieser bewegten Vergangenheit im Isartal reichen von der Urnenfelderzeit über die Kelten bis zu den Römern.

Vom erhöhten Ausblick vom Hambeck-Anwesen konnte der Verlauf der Römerstraße anhand der leichten Schattierung im Feldbewuchs beobachtet werden.

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