Rückblick auf 8000 Jahre Geschichte

Neue Liste besucht Ausstellung ArchäologieRegion Landshut

Luftbildarchäologe Klaus Leidorf zeigte an der Karte die einzelnen Fundstellen in der Region zwischen Donau und Isar.
Luftbildarchäologe Klaus Leidorf zeigte an der Karte die einzelnen Fundstellen in der Region zwischen Donau und Isar.

Buch. Für Luftbildarchäologe Klaus Leidorf ist die Region zwischen Donau und Isar besonders spannend, weil sich in diesem Raum durch den fruchtbaren Lößboden schon früh Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen angesiedelt haben. Trotz des sommerlichen Wetters beteiligten sich viele Zuhörer an der Exkursion der Neuen Liste Buch zur Ausstellung „ArchäologieRegion Landshut“, die derzeit in der Landshuter Stadtresidenz zu sehen ist.

 

Die Archäologie befasst sich mit den Spuren, die die Menschen aus früheren Zeiten hinterlassen. Die Lebensumstände der Kulturen aus früh- und vorgeschichtlicher Zeit können aber nur noch durch Spuren im Boden, Funde aus metallischen und keramischen Gegenständen oder Knochen rekonstruiert werden. In seinen Ausführungen stellte Klaus Leidorf auch die Verfahren vor, wie durch Luftbildarchäologie, Ausgrabungen, experimentelle Archäologie, geomagnetische Prospektion oder Dendrochronologie das lückenhafte Bild über das Leben der Vorfahren vervollständigt wird.

 

Nur noch an den Pfostenlöchern seien die zeltartigen Behausungen der Bewohner der Altsteinzeit nachzuweisen. In der Ausstellung konnten die Besucher ein nachgebautes Zelt aus Tierhäuten betrachten. Sehr viel größere Gebäude, bis 50 Meter lang, wurden in der Jungsteinzeit errichtet, die etwa 8000 vor Christus begann. An den Pfostenlöchern konnten solche Häuser in Landshut-Sallmansberg nachgewiesen werden. Die Außenwände bestanden aus geflochtenen Ästen, die mit Lehmbewurf abgedichtet wurden. Leidorf verwies auch auf die keramischen Gefäße, die mit linienartigen Verzierungen gefertigt wurden, woraus sich auch der Name der Kultur der Linienbandkeramik (5.500 bis 3.900 vor Christus) ableitet. Eine nächste Kultur sei in Altheim feststellbar, die Altheimer Kultur (3.900 bis 3.200 Vor Christus), deren Wohnansiedelungen mit mächtigen Palisadenwänden aus Holz gesichert wurden. Auf kriegerische Auseinandersetzungen deuten auch die ausgearbeiteten Pfeilspitzen hin, erklärte Klaus Leidorf.

 

Erstmals mit der Verhüttung und dem Gießen von Metall zur Fertigung von Bedarfsgegenständen beschäftigten sich die Menschen der Bronzezeit an Isar und Donau zwischen 2.200 bis 850 vor Christus. Da die Fundorte von Kupfer und Zinn weit entfernt lagen, seien auch schon weitreichende Verbindungen entlang der Flüsse, beispielsweise ins Salzburger Land (Kupferabbau) oder in die französischen Alpen (Zinn), nachweisbar. Zwischen 1.200 und 850 vor Christus änderte sich die Bestattungskultur hin zur Feuerbestattung. Daher nannte man diese Zeit die sogenannte Urnenfelderzeit.

Um 850 vor Christus begann die Zeit der keltischen Besiedelungen. Im Raum Landshut sei in Niedererlbach eine bedeutende Ansiedelungen der keltischen Hallstattzeit (850 bis 450 vor Christus) zu finden. Leidorf zeigte ein Bild der „Reichen Niederbayerin“ mit dem Bernstein-Kollier, die in Niedererlbach gefunden wurde. Der Bernstein stammte von der Ostsee. Typisch sei auch die aufgefundene rote Keramik mit schwarzer Bemalung. Die nachfolgende Latené-Kultur (450 bis 15 vor Christus) hinterließ nur wenige Spuren in der Landshuter Region. Vor allem bei Manching oder Kelheim seien aber erstmals größere städteähnliche Ansiedelungen nachweisbar.

 

 

„Die Römer hatten Technologie drauf“, stellte Archäologe Klaus Leidorf bewundernd fest. Das ausgedehnte Straßennetz, das vor allem für Militär und Handel benötigt wurde, sowie eine umfangreiche Landwirtschaft ermöglichten den Aufstieg zu einer Hochkultur. Ab etwa 15 vor Christus breitet sich das römische Reich auch nördlich der Alpen aus. Die Römerstraße bei Niedererlbach führte von Augsburg bis zur Kreuzung in Essenbach und von dort weiter nach Regensburg. Landwirtschaftliche Ansiedelungen wurden vor allem wegen der Versorgung des Militärs entlang der Römerstraßen gefördert. Keramik sei in Modeln, den sogenannten "Terra Sigillata" in großen Mengen hergestellt worden. In Niedererlbach seien entlang der Römerstraße auch Glasurnen gefunden worden. Nach dem Niedergang des römischen Reiches zogen viele Völkerwanderungen, so auch die Alemannen, durch die Region und hinterließen ihre Spuren. Der Landstrich nördlich der Alpen sei für einige Jahrhunderte stillgelegt worden, beendete Klaus Leidorf seine Ausführungen.


Verf.: G. Raschel


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