Frühjahrswanderung am Sonntag, 28. April 2013

Artikel Landshuter Zeitung: 11. Mai 2013 

 

Auf archäologischen Spuren

Frühjahrswanderung der Neuen Liste nach Berghofen

 

Buch. Auf Einladung der Neuen Liste Buch am Erlbach fanden sich am vergangenen Sonntag rund dreißig interessierte Teilnehmer ein, um unter der sachkundigen Leitung von Rolf Böker einen hochinteressanten Abschnitt des Landshuter Höhenwanderweges E1 kennenzulernen.

 

Gestartet wurde in der Ortschaft Haunwang, eine immerhin 1229 Jahre alte Siedlung, die auf der ältesten Karte von Philipp Apian bereits mit der heutigen Bezeichnung vermerkt ist. Bei gnädig trockener Witterung wanderte man zur ersten archäologischen Tafel, die über die Linienbandkeramik berichtet. Diese Übergangszeit von der Mittel- zur Jungsteinzeit (um 5500 vor Christus) ist von großer Bedeutung, weil die aus dem osteuropäischen Donauraum zugewanderten Menschen zum ersten Mal sesshaft wurden. Rolf Böker verwies auf alle damit einhergehenden Kulturzeugnisse: Vom Siedlungsbau in Langhäusern, Bodenbearbeitung, Tierhaltung bis zum Handel mit Silex dem Feuerstein. Diese Siedlungen der Linienbandkeramik erstreckten sich nach archäologischen Erkenntnissen von der Gegend um Paris bis zur heutigen Ukraine, ihre Bewohner können somit als die ersten Europäer bezeichnet werden.

 

Als nächstes Ziel erreichte man ein absolutes Kleinod der näheren Heimat: Die Kirche St. Peter und Paul in Berghofen. Mit berechtigtem Stolz und großem Hintergrundwissen erläuterte Josef Maierbeck Geschichte und Bedeutung des vollständig mit Fresken ausgestatteten Gotteshauses. Erst vor rund 120 Jahren stieß man auf die wertvollen Wandmalereien, die mit unzähligen Malschichten überdeckt waren. Im Stil der für die leseunkundigen Gläubigen gedachten „Biblia Pauperum“ (Armenbibel) sind die Wände der Berghofener Kirche mit der Heilsgeschichte Jesu und Szenen aus dem Marienleben bebildert. Es wird angenommen, dass ein Wandermaler aus dem norditalienischen Raum um 1380/90 Schöpfer dieser kunstvollen Ausstattung war. Die Bauzeit dürfte auf die Zeit nach der Schlacht von Gammelsdorf datiert werden, wie durch dendrochronologische Untersuchungen (Altersbestimmung von Holz anhand der Jahresringe) an den Balken belegt wird. Im Laufe der Jahrhunderte verschlechterte sich der Bauzustand der Berghofener Kirche derart, dass sie nur durch eine aufwändige Sanierung gerettet werden konnte. Die Renovierungskosten konnten durch großen Arbeitseinsatz der örtlichen Bevölkerung erheblich reduziert werden. Seit der Fertigstellung im Jahre 2010 ist Berghofen um ein künstlerisches Juwel reicher geworden. 

 

Eine weitere Schautafel des Landshuter Höhenwanderweges befindet sich an dem Ort, der einen faszinierenden Blick über das Isartal freigibt. Auskunft erhält man hier über das Altheimer Erdwerk. Rolf Böker ging noch auf die verschiedenen Bestattungsriten unserer Vorfahren und den entsprechenden archäologischen Funden ein. Am Ende der Exkursion war man überzeugt, durch den Hobbyarchäologen die wichtige Bedeutung unseres Nahraumes und den Wert von Grund und Boden für die Geschichtsforschung erfahren zu haben.

 

(E. Gutknecht)

Beeindruckt waren die Teilnehmer der Frühjahrswanderung von der Kirche St. Peter und Paul in Berghofen, die seit der Renovierung 2010 wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Beeindruckt waren die Teilnehmer der Frühjahrswanderung von der Kirche St. Peter und Paul in Berghofen, die seit der Renovierung 2010 wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Josef Maierbeck erläuterte die um 1380/90 als Armenbibel für die leseunkundigen Gläubigen angelegten Fresken im Inneren der Kirche St. Peter und Paul in Berghofen.
Josef Maierbeck erläuterte die um 1380/90 als Armenbibel für die leseunkundigen Gläubigen angelegten Fresken im Inneren der Kirche St. Peter und Paul in Berghofen.
Unter der sachkundigen Leitung von Rolf Böker erwanderten die Teilnehmer an der Frühjahrswanderung den hochinteressanten Abschnitt E1 des Landshuter Höhenwanderweges.
Unter der sachkundigen Leitung von Rolf Böker erwanderten die Teilnehmer an der Frühjahrswanderung den hochinteressanten Abschnitt E1 des Landshuter Höhenwanderweges.

Klausurwochenende am 20./21. April 2013

Artikel Landshuter Zeitung: 25. Mai 2013

 

Neue Liste auf Klausur

Ortsentwicklung, Schule und Energie im Blick

 

Buch. Zu einem anregenden Klausurwochenende zu kommunalpolitischen Themen haben sich Mitglieder der Neuen Liste Buch und interessierte Bürger kürzlich im Gasthaus Menauer in Grandsberg auf den Anhöhen des Bayerischen Waldes bei Deggendorf getroffen. Klaus Schmierl, Elisabeth Gutknecht und Martin Schachtl übernahmen die Leitung der Diskussion.

 

Bei schönerem Wetter wäre eine Aussicht bis in die Donauebene möglich gewesen. So aber konzentrierte sich der Blick auf die Bucher Kommunalpolitik. Eine Bilanz über die vergangene Wahlperiode seit 2008 gaben Elisabeth Gutknecht, Andreas Ostermaier, Hans Gaßlhuber und Konrad Heilmeier. Neben den Bauvorhaben wie der Kinderkrippe oder der Sanierung des Wasserbehälters investierten Bürgermeister und Gemeinderat viel Zeit in die Entwicklung von Zukunftsperspektiven. Mit dem Rahmenplan für den Ortskern, dem Demographie-Projekt und dem Energie-Ausschuss sei ein solider Grundstock dafür gelegt worden. Daran wolle man auch gerne weiter mitarbeiten, waren sich alle Teilnehmer beim Klausurwochenende einig.

 

Sehr ausführlich wurden die Erkenntnisse des Demographie-Projektes besprochen. Die Entwicklung der Gemeinde sei durch Zuzug von Neubürgern positiv zu bewerten, da die Geburtenzahlen rückläufig seien. In diesem Zusammenhang wurden die begrenzten Baulandreserven, die Integration von Neubürgern, die Anpassung der Infrastruktur und die Verkehrsentwicklung besprochen. Neben Einfamilienhäusern seien insbesondere auch Mehrgeschosswohnungen für junge Familien notwendig. Interessant sei auch das sogenannte Mehrgenerationenwohnen als gute Ergänzung zu anderen senioren- und familiengerechten Wohnformen. Übereinstimmend befürwortete man die bei den Zukunftskonferenzen von einer Arbeitsgruppe ins Spiel gebrachte Wohnungsbaugenossenschaft.

 

Im Weiteren setzte man sich mit dem Rahmenplan für den Ortskern und den darin eingearbeiteten Entwicklungsperspektiven auseinander. Dieser sei als unverbindlicher Leitfaden zu sehen, den man immer dann aufgreifen könne, wenn sich Veränderungen in der Ortsmitte ergeben. Eine Diskussion ergab sich, wie sich eine Ortsmitte in einem Straßendorf mit langestreckten Hauptachsen entwickeln lässt. Dabei wurde auch die Rolle eines vielfältigen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebots für die Entwicklung einer lebendigen Ortsmitte hervorgehoben.

 

Mit dem Unglück in Fukushima sei eine Entwicklung in Gang gesetzt worden, die man so kaum für möglich gehalten habe. Hans Gaßlhuber und Martin Schachtl setzten sich mit den Perspektiven auseinander, die sich mit der Bucher Energiegenossenschaft eröffnen. Dass so viele Menschen an dem Bürgerprojekt mitarbeiten, sei sehr erfreulich. Man war sich einig, dass die weitere Entwicklung von stabilen Rahmenbedingungen abhängig sei, die die Politik in Land und Bund vorgeben müsse.

 

Auch mit dem Erhalt der wohnortnahen Schulen beschäftigte man sich. Obwohl dort oft hervorragende pädagogische Arbeit in kleinen Klassen geleistet werde, machen den Mittelschulen die steigenden Übertrittsquoten in den vierten Jahrgangsstufen zu schaffen. Günther Raschel war etwas ratlos beim Mittelschulkonzept. Bei der Einführung 2010 wurde es als Rettungsanker für kleinere Schulen angepriesen. Gleichzeitig entzieht man diesen die Schüler, indem man den Übertritt auf weiterführende Schulen erleichtert. Mit zwei Vieren im Probeunterricht können Schüler auf Elternwunsch ebenfalls noch übertreten. Da die Schule vor Ort viele Vorteile zu bieten habe, wollen immer mehr Gemeinden dieser Entwicklung mit dem Konzept der Gemeinschaftsschule oder einer Kooperation mit Realschulen entgegentreten. Man war sich einig, dass der demografische Wandel, die Forderung zur Inklusion und die Probleme mit der frühen Weichenstellung in der Grundschule nachvollziehbare Veränderungen am Schulsystem immer notwendiger erscheinen lassen.

 

(G. Raschel)

Zu einem Klausurwochenende haben sich Mitglieder der Neuen Liste Buch und interessierte Bürger in Grandsberg bei Deggendorf getroffen, um kommunalpolitische Themen zu besprechen.
Zu einem Klausurwochenende haben sich Mitglieder der Neuen Liste Buch und interessierte Bürger in Grandsberg bei Deggendorf getroffen, um kommunalpolitische Themen zu besprechen.
Tagungsort war das Gasthaus Menauer in Grandsberg auf den Anhöhen des Bayerischen Waldes bei Deggendorf.
Tagungsort war das Gasthaus Menauer in Grandsberg auf den Anhöhen des Bayerischen Waldes bei Deggendorf.
Bei schönerem Wetter wäre eine Aussicht bis in die Donauebene möglich gewesen. So aber konzentrierte sich der Blick auf die Bucher Kommunalpolitik.
Bei schönerem Wetter wäre eine Aussicht bis in die Donauebene möglich gewesen. So aber konzentrierte sich der Blick auf die Bucher Kommunalpolitik.

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