Bürgerstammtisch am 21. März 2013

Artikel Landshuter Zeitung: 2. April 2013

 

Einzelhandel moderat weiterentwickeln

 

Neue Liste diskutiert über Trinkwasserprivatisierung und Bucher Einzelhandel

 

Buch. Mit den EU-Bestrebungen zur Privatisierung der Wasserversorgung und der Entwicklung des örtlichen Einzelhandels beschäftigten sich die Teilnehmer beim Bürgerstammtisch der Neuen Liste Buch vergangene Woche im Gasthaus Kuttenlochner.

 

Die von der EU geplanten Änderungen bei der Konzessionsvergabe, insbesondere bei der Wasserversorgung, bewegen derzeit die Gemüter. In den Städten und Kommunen aber auch bei den Bürgern geht die Angst um, dass Stadtwerke ihre Dienstleistungen rund um das Wasser nun europaweit ausschreiben müssen. Mit all den Nachteilen einer Privatisierung: sinkende Qualität des Wassers, steigende Preise und dem Verlust des Einflusses der Kommunen. Martin Schachtl führte aus, dass sich aus diesem Grund die Europäische Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht" (www.right2water.eu) gegründet habe. Derzeit rudern die Politiker im EU-Parlament unter dem Druck der Öffentlichkeit zurück. Und obwohl dieses Gesetzesvorhaben in kleineren Kommunen momentan noch keine EU-weite Ausschreibung der Wasserversorgung bewirken würde, wolle man die Europäische Bürgerinitiative unterstützen. Rund 1,3 Million EU-Bürger hätten sich daran schon beteiligt.

 

Viele offene Fragen hinterließ der Besuch des Wirtschaftsgeografen Dr. Ralf Popien, der Anfang März im Bucher Gemeinderat eine überschlägige Analyse des Einzelhandels in Buch am Erlbach und seine Einschätzung zur geplanten EDEKA-Erweiterung vorstellte (Landshuter Zeitung, 11. März 2013). Unter der Voraussetzung, dass nur am EDEKA-Standort konkrete Erweiterungsabsichten bestünden, befürwortete Dr. Ralf Popien die Zustimmung zu diesem Projekt. Der Ausbau in der geplanten Größenordnung sei aber nur für einen Einzelhändler wirtschaftlich darstellbar. Sehr betroffen waren alle von der Aussage des Referenten, dass man dann aber mit Schließungen von Konkurrenten rechnen müsse. Andreas Ostermaier stellte die Frage, ob aus der geplanten Ortsmitte überhaupt noch ein lebendiges Ortszentrum werden könne, wenn genau dort maßgebliche Einzelhändler wegbrechen würden? Aber auch Fragen, wie es dann um die Vielfalt des örtlichen Einzelhandels bestellt ist und welche Größe eines Einzelhandelsbetriebs für eine kleine Gemeinde wie Buch am Erlbach tatsächlich notwendig ist, bewegten die Runde. Die Ansiedelung eines Discounters in Buch hingegen beurteilte Dr. Ralf Popien als sehr unwahrscheinlich.

 

Günther Raschel bedauerte, dass im Vortrag des Wirtschaftsgeografen zwischen den beiden Positionen "Gar nichts machen" und dem großflächigen Einzelhandelsvorhaben keine ortsangepassten Entwicklungsperspektiven aufgezeigt wurden, die allen örtlichen Einzelhändlern und den dahinterstehenden Existenzen eine Chance belassen hätte. Elisabeth Gutknecht hob hervor, dass Bürger in anderen ländlichen Gemeinden mühsam, beispielsweise durch genossenschaftliche Lösungen, wieder eine Nahversorgung etablieren, während man in Buch bereits über eine, zwar kleinstrukturierte, aber vielfältige Einzelhandelslandschaft verfügt. Die sollte man doch wertschätzen und moderat weiterentwickeln, war man sich beim Bürgerstammtisch einig. 

Presseartikel 2012/13 zum Bucher Einzelhandel
LZ_2012-13_Einzelhandel-Buch.pdf
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Antrag an den Gemeinderat vom Arbeitskreis 1
Vom Arbeitskreis 1 (Ortsmitte-Einzelhandel-Gastronomie) wurde ein Antrag zu einem Vortrag über die Grundlagen eines Einzelhandelskonzeptes gestellt. Auf Anraten von Frau Dr. Sabine Hafner wurde der Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien aus München für einen Vortrag ausgewählt. In der Sitzung vom November 2012 wurde Bürgermeister Göbl mehrheitlich beauftragt Herrn Popien einzuladen und den Vortrag zu vereinbaren.
Antrag-AK1_Vortrag-EHK_2012-10-31.pdf
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