Mi. 27.04.2016 Landshuter Zeitung

 

Auf den Spuren der Wittelsbacher

Frühjahrswanderung der Neuen Liste führt nach Wartenberg

 

Buch. Trotz des regnerischen Wetters machten sich bei der Frühjahrswanderung der Neuen Liste Buch 25 Wanderer auf den Weg nach Wartenberg. Das helle Grün der neuen Triebe und die blühenden Kirchbäume und Schlehenhecken entschädigten die Teilnehmer. Der Weg führte meist auf Feldwegen von Buch über Westendorf, Laufenau und Hinterholzhausen nach Wartenberg. Ziel war der Nikolaiberg mit seiner St. Nikolauskapelle. Geschichtliche interessante Informationen steuerte Heimatforscher Hans Schneider bei.

 

Aus seinem reichhaltigen Wissen berichtete Hans Schneider, dass die vier Höfe in Westendorf in früheren Zeiten zu vier verschiedenen Klöstern gehörten. Auch ein Salzhandelsweg verlief oberhalb der kleinen Ansiedelung.

 

In Westendorf machte Schneider auf die unterschiedlichen Zugehörigkeiten der vier Höfen in früheren Zeiten zu den Klöstern Frauenchiemsee, Teegernsee, Obermünster in Regensburg und zum Kollegiatsstift in Moosburg aufmerksam. Auf dem Höhenrücken oberhalb Westendorf erläuterte der Heimatforscher dass der Weg, der von Vatersdorf kommt, ein ehemaliger Salzhandelsweg war, der bei Moosburg über die Isar führte.

Interessante geschichtliche Details über die Wittelsbacher und ihre Zeit vermittelte Heimatforscher Hans Schneider an der Nikolauskapelle am Nikolaiberg in Wartenberg

 

Auf dem Nikolaiberg angekommen, umrundete die Wandergruppe zunächst die Nikolauskapelle, von der angenommen wird, dass sie zur ehemaligen pfalzgräfischen Burg gehörte, die sich bis ins 13. Jahrhundert hinein auf dem Höhenrücken oberhalb des Marktes Wartenbergs befand. Hans Schneider wies darauf hin, dass sich in dem Turm der Kapelle historische Glocken befinden, eine davon stammt aus dem Jahr 1450. Wartenberg sei schon bei den Römern mit seinen Quellen bekannt gewesen, aber erst 1828 wurde ein Heilbad an dem Ort eingerichtet, das für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte. Erste urkundliche Dokumente über Wartenberg, so Schneider,  stammten aus dem Jahr 890.

 

Um 1116 erwarb Otto V. von Scheyern-Wittelsbach den Grund auf dem Nikolaiberg. Auf der Anhöhe oberhalb Wartenbergs ließ der Graf eine Burg erbauen. Der Bereich unterhalb der Burg sei zu dieser Zeit ebenfalls schon besiedelt gewesen. Im Laufe der Zeit dehnten die Wittelsbacher ihr Refugium kontinuierlich aus. Otto hatte dabei den Anspruch das Land zu organisieren, erklärte Hans Schneider: Rechtsprechung und Richter, Schergen mit polizeiähnlichen Aufgaben und eine Verwaltung wurden aufgebaut.

 

Otto VI. wurde 1180 mit dem Herzogtum Bayern belehnt, nachdem er Kaiser Barbarossa in Italien aus einer misslichen Lage gerettet hatte, wusste der Heimatforscher zu berichten. In den folgenden Jahren verlegten die Wittelsbacher ihren Sitz nach Landshut. Die Burg in Wartenberg war danach noch einige Jahrzehnte bewohnt, bevor die baufällige Burg den Bewohnern Wartenbergs als Baumaterial zur Verfügung gestellt wurde. Schneider erläuterte noch viele weitere Details zur Geschichte des Marktes Wartenberg. Im Anschluss an die Wanderung wartete eine stärkende Brotzeit in einem benachbarten Cafe. Ein Teil der Wanderer machte sich zu Fuß wieder auf den Heimweg, andere nutzten die von der Vorstandschaft in Wartenberg abgestellten Autos. Einig waren sich alle, dass trotz Regens eine gelungene Exkursion in die Geschichte der Wittelsbacher den Sonntagnachmittag bereichert hat.

(Verf. Günther Raschel)

  

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