Fr. 08.11.2019

Besuch in der Gemeinde Kirchanschöring

Bürgermeister Hans-Jörg Birner zeigt die Besonderheiten seiner Gemeinde

  • Nachhaltige Siedlungsentwicklung: Flächensparen und Innenentwicklung
  • Wohnen im Alter: neue Wohnideen und Wohnformen, Haus der Begegnung
  • Gemeindepolitik und Gemeindeentwicklung mit den Bürgern zusammen gestalten;
  • Gemeinwohlökonomie-Bilanz in einer Kommune

12 Uhr - Treffpunkt für Fahrgemeinschaften Raiffeisenbank Buch

14 Uhr - Vortrag und Führung in Kirchanschöring (Ende 17.30 Uhr)

              anschließend Heimfahrt (ggf. Zwischenstop für Abendessen)

Anmeldung für Teilnahme bei G. Raschel (Tel. 08709/3426) oder G. Ohmayer (Tel. 08709/927621) oder kontakt(at)neue-liste-buch.de

 

Besuch in Kirchanschöring am Freitag, 08.11.2019

Ausführlicher Artikel

 

Bürgerbeteiligung und Gemeinwohlbilanz

 

Besuch in Kirchanschöring

– Beteiligung der Bürger hat lange Tradition

 

Buch. Am Freitag, 8. November 2019 machte sich eine Gruppe von kommunalpolitisch interessierten Bürgern aus Buch am Erlbach, Altfraunhofen, Vilsbiburg und Langenpreising auf den Weg nach Kirchanschöring. Die Gemeinde mit 3.450 Einwohnern im Landkreis Traunstein liegt am Waginger See. Bürgermeister Hans-Jörg Birner erläuterte im „Haus der Begegnung“ die Besonderheiten der Kommunalpolitik in Kirchanschöring.

Artikel in der Landshuter Zeitung

Donnerstag, 14. Nov. 2019

 

Gemeinwohlbilanz im Fokus

Besuch in einer Gemeinde mit etwas anderer Kommunalpolitik

 Hans-Jörg Birner schilderte zu Beginn, dass die Struktur der Gemeinde Kirchanschöring ländlich geprägt sei, die Landwirtschaft spiele eine wichtige Rolle in der Gemeinde. Darüber hinaus habe man rund 50 Vereine und Gruppierungen. In der Region betätigt sich Kirchanschöring in der Öko-Modellregion Waginger See - Rupertiwinkel, in der LEADER-Arbeitsgemeinschaft Traun-Alz-Salzach sowie in der „Integrierten Ländlichen Entwicklung Waginger See - Rupertiwinkel“. Und seit 2018 ist Kirchanschöring die erste Gemeinde in Deutschland mit einer Gemeinwohlbilanz. Ins Laufen gekommen sei das Ganze mit einem Vortrag des Begründers der Gemeinwohlökonomie Christian Felber. Die in einer Gemeinwohlbilanz betrachteten Bereiche: Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung, haben in Kirchanschöring schon eine lange Tradition. Die Gemeinwohlbilanz ergänzt die rein wirtschaftliche Betrachtung des Kommunalen Handelns. In der Bilanz konnte herausgearbeitet werden, wo man gut ist und in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. Neue Bereiche, wie Nachhaltige Beschaffung hätten sich dadurch ergeben.

 

Gemeindeentwicklung seit Dorferneuerung im Blick

Mit der zukünftigen Entwicklung der Gemeinde, so Bürgermeister Hans-Jörg Birner, setze man sich schon lange auseinander. Bereits in der Dorferneuerung in den 90er Jahren standen die Fragen im Mittelpunkt: Wie wollen wir in Zukunft in Kirchanschöring leben? Tun wir die richtigen Dinge dafür? Und tun wir die Dinge richtig? Diese Überlegungen führten zu einem umfassenden Gemeindeentwicklungskonzept, das immer wieder aufgegriffen und überarbeitet als Handlungsleitfaden für die Gemeinde dient. „Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“ heißt die aktuelle Überarbeitung. Auch das Thema Bürgergesellschaft ergab sich aus den Aktivitäten zur Gemeindeentwicklung. Waren zu Beginn der Dorferneuerung noch Vorbehalte im Gemeinderat und bei den in Arbeitsgruppen beteiligten Bürgern vorhanden, habe sich inzwischen bei größeren Entscheidungsprozessen eine intensive Bürgerbeteiligung und Kommunikation nach außen als vorteilhaft für das Projekt und die Akzeptanz erwiesen.

 

Es schloss sich ein Dorfrundgang an, wo man näheres zu den Projekten zum Erhalt der Artenvielfalt erfuhr. Naturbelassene Streuobstwiesen, die naturnahe Umgestaltung mit Hochwasserschutz der Götzinger Ache und extensiv bewirtschaftete Wiesen sind in einem Ökologischen Pflegeplan kommunaler Flächen eingetragen. Die Gruppe machte an mehreren historischen Gebäuden Halt, die einer neuen Nutzung zugeführt werden konnten. Der Saliterwirt, in dem ein angebautes Gasthaus mit Bürgersaal und die Sparkasse untergebracht sind, die Gemeindeverwaltung, die unter Mitnutzung eines denkmalgeschützten Anwesens errichtet wurde und der Jugendtreff KuBa (Kultur am Bahnhof), der das ehemalige Schaltergebäude am Bahnhof nun nutzt.

 

Das „Haus der Begegnung“ ist seit Mai 2018 die zentrale Anlaufstelle für die verschiedensten Angebote im sozialen Bereich in der Gemeinde am Waginger See.

 

 

Haus der Begegnung

Nach dem Rundgang befasste sich Bürgermeister Birner mit dem sozialen Bereich. Anhand einer Grafik zeigte er auf, dass die Bürger in Kirchanschöring älter werden. Es wurden bereits vielfältige Unterstützungsangebote in der Gemeinde entwickelt, die auch gut angenommen werden. Das vor einigen Jahren erbaute „Haus der Begegnung“ ist zwischenzeitlich die Zentrale für diese Angebote. Neben sozialen Wohnungen, befinden sich in dem Gebäudekomplex ein Vortragsraum, ein Sozialbüro und eine Arztpraxis. Im Erdgeschoss wurde eine Ambulant betreute Wohngruppe mit 10 Plätzen für Pflegefälle eingerichtet. Wohnraumberatung, Alltagsunterstützungen, Fahrdienste, eine Tagesbetreuung und vieles andere mehr runden die Angebote ab. An dem Beispiel „Haus der Begegnung“ zeigte der Bürgermeister auch auf, wie Bürgerbeteiligung an komplexen Projekten funktioniert. Mit zwei Bürgerwerkstätten und einer umfassenden Plausibilisierungs-Prüfung vor der eigentlichen Realisierung konnte die Gemeinde eine Planung umsetzen, die von den Bürgern mit einer hohen Akzeptanz mitgetragen wurde.

 

Verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Boden

Der sparsame Verbrauch von Flächen sei der Gemeinde ein besonderes Anliegen, betonte Hans-Jörg Birner. Zu Beginn sei ein Konzept zur möglichen Entwicklung der Siedlungsflächen erarbeitet worden. Ein Zukunftsszenario auf Basis des bisherigen Flächenverbrauchs sensibilisierte, dass man mit dem Flächenverbrauch so nicht weitermachen dürfe. Es folgte die Ausarbeitung von unterschiedlichen Wohnmodellen, die alle zum Ziel hatten, weniger Fläche zu verbrauchen. Derzeit entstehen die ersten Siedlungen mit diesen Modellen. Auch im Rahmen der „Integrierten Ländlichen Entwicklung Waginger See - Rupertiwinkel“ habe man sich mit dem Pilotprojekt „Anders Wohnen“ zum Ziel gesetzt, Wege aufzuzeigen wie man mit der nicht vermehrbaren Ressource Boden verantwortungsbewusst umgehen könne. Viele Hinweise und Informationen rundeten die Diskussion am späten Nachmittag noch ab.

Am Ende des Besuchs bedankte sich Gemeinderat Andreas Ostermeier im Namen der ganzen Besuchsgruppe und überreichte an Bürgermeister Hans-Jörg Birner noch zwei Gläser mit regional erzeugtem Honig aus Buch am Erlbach.

(Verf. G. Raschel)

 

Eindrücke vom Rundgang in der Ortsmitte Kirchanschörings

 

Nach einer Einführung durch Bürgermeister Hans-Jörg Birner im „Haus der Begegnung“ machte die Besuchergruppe aus dem Landkreis Landshut einen kleinen Rundgang durch die Ortsmitte.

 

Historische Gebäude erfahren in der Gemeinde Kirchanschöring eine be-sondere Wertschätzung und werden, soweit möglich, wieder neu genutzt.

 

Im Rahmen eines Förder-programms wurde die Götzinger Ache, der einzige Ausfluss aus dem Waginger See, renaturiert und die Uferzone für einen wirksamen Hochwasserschutz um einen Meter angehoben.

 

Auch die Grundschule in Kirchanschöring liegt an der Götzinger Ache und bietet den Schülerinnen und Schülern einige interessante Freiräume am Gewässer.

 

Das Rathaus in Kirchanschöring nutzt ein altes Anwesen, an das ein weiteres modernes Gebäudeteil angebaut wurde, wodurch es einen ganz besonderen Charme erhält.

 

Gegenüber dem Rathaus befindet sich eine der Streuobstwiesen im Innenbereich der Gemeinde Kirchanschöring. Bürgermeister Birner erwähnte, dass die naturnahe Bewirtschaftung etwas Überzeugungsarbeit kostete. Inzwischen gehören die im Sommer reich blühenden Wiesen zu den gern gesehen Besonderheiten im Ortsbereich.

 

Das denkmalgeschützte Gebäude der Gastwirtschaft Saliterwirt wurde von der Sparkasse übernommen. In Vereinbarung mit der Gemeinde konnte die Gastwirtschaft erhalten werden und auch die Gemeinde konnte im Obergeschoss einen Bürgersaal realisieren.

 

 

Auch die extensiv bewirtschaftete Salbei-Glatthaferwiese am Bahnhof gehört zu den naturnahen Bereichen, mit denen die Gemeinde ihren Beitrag zum Thema Artenschutz leistet.

 

Gut angenommen wird von den jungen Menschen in Kirchanschöring der Jugendtreff KuBa (Kultur am Bahnhof), der in einem ehemaligen Bahnhofs-gebäude untergebracht werden konnte.

 

 

 

Weitere Informationen zu Kirchanschöring

 

Infoportal Ländlicher Raum und Landentwicklung

Kirchanschöring - Leben und Wirtschaften  25.10.2019

Infoportal-Land_Leben-und-wirtschaften

 

Gemeinde Kirchanschöring

Gemeinwohlbilanz der Gemeinde Kirchanschöring 2018

Kirchanschöring_Gemeinwohlbericht_2018

 

Landentwicklung Bayern

Ortskernbelebung Kirchanschöring (PDF)

Eine umfassende Darstellung zur Gemeindeentwicklung

Landentwicklung-Bayern_Vortrag-Birner-2018

 

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